WhatsApp 2021: Datenaustausch mit Facebook & Co.

Letztes Update: 28. Januar 2021, 22:26

WhatsApp mit Schnüffellizenz

Zum 08. Februar 2021 treten neue Nutzungsbedingungen bei WhatsApp in Kraft. Viele Nutzer bekommen schon jetzt den entsprechenden Hinweis und Aufforderung zur Zustimmung.
Nutzer keine andere Wahl als zuzustimmen, wenn sie den Messengerdienst weiter nutzen wollen! Allerdings kommt nun eine Regeländerung, die es in sich hat und die Datenschützer alarmiert.

Friss oder stirb

WhatsApp räumt sich nun explizit das Recht ein, einen regen Datenaustausch der Daten mit seinen Anwendungen vorzunehmen. Dazu gehören insbesondere Facebook und Instagram – selbst, wenn Du dort keinen Account hast.
Darunter fallen Daten zur wie Telefonnummern, Transaktionsdaten, IP-Adressen oder „Informationen darüber, wie du mit anderen (einschließlich anderen Unternehmen) interagierst“. Das Teilen von Daten ist eine von mehreren Neuerungen in den geänderten Richtlinien. Was passiert, wenn man den neuen Nutzungsbedingungen widerspricht, ist noch nicht klar. Nach EU-Recht (DSGVO) muss hier zwingend eine ‘Opt-Out’-Möglichkeit eingeräumt werden, diese Möglichkeit ist bisher aber nicht ersichtlich – obwohl der Zustimmungsprozess bereits aktiv ist.

Taktische Vorgehensweise

Hintergrund könnte durchaus sein, dass CEO Mark Zuckerberg eine engere Verzahnung der Dienste plant, um so eine ‘Zerschlagung” der Dienste zu erschweren. Denn vor wenigen Wochen reichte die amerikanische Kartellbehörde FTC eine Kartellklage gegen Facebook ein. Die Klage soll erreichen, dass der Konzern unter anderem dazu gezwungen wird, sich von zugekauften Diensten wie Instagram und WhatsApp zu trennen. Die stärkere Verzahnung der Dienste könnte dies erschweren. Auch Instagram hat vor kurzem seine Nutzungsbedingungen dahingehend geändert.

Wo sind die Datenschutzbehörden?

Spätestens jetzt sollten die Datenschutzbehörden dem Internetriesen gehörig den Marsch blasen. Die eklatanten DSGVO-Verstöße rechtfertigen durchaus zu drastischen Strafgeldern. So hat beispielsweise Frankreich bereits gegen Google eine Strafe in Höhe von EUR 50 Mio. verhängt.

Der Art. 83 DSGVO berücksichtigt bei der Höhe von Geldbußen, was für eine Datenschutzverletzung vorliegt. Grundsätzlich kann ein Bußgeld in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro möglich verhängt werden – alternativ aber auch von von bis zu zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Die Datenschutzbehörden verhängen immer den höheren Betrag! Missachtet ein Unternehmen eine Anweisung einer Aufsichtsbehörde, sind sogar die Verdoppelung der Geldbußen vorgesehen. DSGVO Strafen von bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind auch in anderen Situationen möglich. Z. B. wenn ein Unternehmen schwerwiegende Rechtsverstöße begeht. Diese sind in Art. 83 Absatz 5 DSGVO aufgelistet.

Mal zwei Beispiele der Bußgeldhöhen:

Bei Amazon kann bei schwerwiegendem Rechteverstoß ein Bußgeld von bis zu 6,3 Milliarden Euro möglich werden, bei Apple sogar von bis zu acht Milliarden Euro. Man kann sich nun ausrechnen, was bei Facebook für Summen beziffert werden könnten. Die Datenschutzbehörde muss nur aktiv werden – und das kann ich im Moment nicht erkennen.

Zu Teil -2-:

WhatsApp / Facebook: Wer’s glaubt … (Teil2)

Bild WhatsApp: Bild von antonbe auf Pixabay
Bild Polizei: Merry Christmas auf Pixabay
Collage Titelleistenbild: Inkompetenz-Center.de

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