Verweist ‘luca’ die Corona-Warn-App?

Letztes Update: 24. März 2021, 18:04

‘luca’ – das kann für Jens Spahn der politische Sargnagel werden …

Von Anbeginn ein ‘Beta-Status’

Die “Corona Warn-App” kam am 16. Juni 2020 auf den Markt und wurde vollmundig als “Must-Have” angepriesen. Entwickelt wurde sie von SAP und der TELEKOM, sowie weiteren 25 beteiligten Unternehmen. Bislang belaufen sich die Kosten für die App auf ca. 25 Millionen Euro, dabei wird die App aktuell von lediglich (geschätzt) ca. 25 Millionen Usern genutzt.

Die marktüblichen Kosten für eine solche App wären laut David Svanidze, App-Entwickler und Software-Firmeninhaber in Berlin ca. 450.000€ gewesen (Svanidze in ‘Kontraste‘) . ‘Kontraste’ bat damalig das Gesundheitsministerium (Ressortchef: Gesundheits- (‘Ankündigungs’-)Minister Jens Spahn) sowie auch SAP und die Telekom um Kostenaufschlüsselung – die Anfrage wurde nie beantwortet. Weiterhin wurde Kritik laut, dass es nie eine öffentliche Ausschreibung zu dem Projekt gegeben habe.

Bugs und Unzulänglichkeiten

Die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung ist auch damit zu erklären, dass sich das Handy permanent im Bluetooth-Modus befinden muss – das ist durchaus eine gewisse Anfälligkeit aus Blickwinkel der Sicherheit. Darüber wurden die Daten über Infektionsfälle deutlich zeitverzögert in die App gespielt. Nach 14 Tagen ist das ‘suboptimal’, in der Zeit kann man weitere Kontakte gehabt haben … und die App war “blind” in Ermangelung der Daten. Anfangs wurde die App sogar vom Betriebssystem ‘schlafen gelegt’, wenn das Handy gesperrt war – fatal!

Im Ergebnis stellte sich heraus, dass die App ein “Ladenhüter” ist bei weitem nie das Potential entwickelt hat, was machbar gewesen wäre.

Vize-Kanzler Olaf Scholz liebäugelt mit ‘luca

Bei gestrigen “Corona-Gipfel” wurde auch die Warn-App ‘luca‘ thematisiert, die u. a. von den “Fantastischen vier” (Fanta 4)/SMUDO empfohlen und ‘gefeatured’ wird. Olaf Scholz (62, SPD) signalisierte Kaufinteresse an der App! Man bedenke bitte, dass Scholz Finanzminister und Vize-Kanzler ist, nicht aber im Gesundheitsministerium sitzt, was in das dortige Ressort fällt.

 

luca appluca soll die Warn-App allerdings nicht ‘ersetzen’, sondern lediglich ergänzen, in dem sie die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter vereinfacht. Aktuell verhandeln die Macher der App mit 150 Gesundheitsämtern im Gespräch, um die ‘Connectierung’ zu realisieren.

“Wir könnten in vier Wochen bereits angeschlossen sein an alle Gesundheitsämter”

(Smudo am Sonntagabend in der ARD-Sendung “Anne Will”)

Nun könnte man sich fragen, warum die ‘offizielle’ Warn-App vor dem Aus stehen soll, wenn luca diese nur ‘ergänzt’?

Sagen wir es mal ganz vorsichtig: Wenn eine App für 25 Millionen Euro nach fast 10 Monaten noch immer mangelhaft ist und keine Bürgerakzeptanz erfährt – kann man den ‘Produktstart’ als gescheitert ansehen. Nun kommt eine Alternative auf den Markt, die vielversprechend ist – da kann es leicht passieren, dass in Kürze auch die Hauptfunktionen in luca implementiert werden – entsprechende Auftragsvergabe vorausgesetzt.

Das Problem an der ganzen Angelegenheit: Sollte die Politik diesen Weg gehen, wäre es ein offenen Eingeständnis, dass das Gesundheitsministerium um den ohnehin schon schwer lädierten Jens Spahn ein millionenschweres ‘Softwaregrab’ geschaufelt hat. Spahn wäre damit auf der “nach unten offenen Wendler-Skala” mit bloßem Auge kaum noch sichtbar.

Die Entscheidung ist also nicht nur “Kaufen oder nicht?”, sondern auch die Bereitschaft, mit einer solchen Entscheidung den ‘Ankündigungsminister’ (Spahn) für die politische Entsorgung freizugeben.

Das IKC bleibt gespannt!

Fotomaterial: Pressemappe/-material

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