M-V: Innenminister Torsten Renz als Shoppingtourist?

Letztes Update: 7. April 2021, 10:52

Schwesig warnte am Wochenende ausdrücklich

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46, SPD) hatte noch am Sonntag die Bürger aufgefordert, die kommenden Lockerungen nicht für Einkaufstourismus zu nutzen. So ist es ausdrücklich nicht erlaubt, innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern über die Landkreise und Städte übergreifend für Shopping zu touren, weil der eigene Landkreis beispielsweise noch ‘dicht’ ist (Inzidenz-bedingt).

Landkreis Rostock mit hoher Inzidenz

Der Landkreis Rostock z. B. hatte am Sonntag z. B. eine Inzidenz von 101,9. Eine Shopping-Öffnung war somit Zukunftsmusik. Und der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern Torsten Renz (56, CDU) wohnt in … genau: Im Landkreis Rostock, genauer in Güstrow!

Torsten Renz in Rostock

Nun ist also Torsten Renz am Montag ‘spontan und ohne Vorankündigung gegenüber seinen Mitarbeitern’ in die Stadt Rostock gefahren – dort ist der Einzelhandel geöffnet, die Inzidenz liegt in der Stadt unter 30! Dummerweise wurde der Innenminister dort von einem NDR-Reporter erkannt und auch gleich gefragt, ob denn dieser ‘Shopping-Tourismus’ als Nicht-Rostocker nicht untersagt sei? „Kann man so sehen“, bestätigte der Innenminister.

Diensttermin führte ihn nach Rostock

Torsten Renz entschuldigte sich damit, dass er ‘dienstlich’ in Rostock sei. Wohlgemerkt – seine Mitarbeiter wussten von dem ‘spontanen’ Termin in Rostock nichts. Es sei ihm auch darum gegangen, die Luca-App zu testen. Die Landesverordnung, die diesen Shopping-Tourismus untersagt wurde im Übrigen vom Innenminister Renz unterschrieben …

Hier die Textpassage dazu: “Die Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, keine Einrichtungen, Verkaufsstellen oder Dienstleistungsbetriebe in einem anderen Landkreis oder einer anderen kreisfreien Stadt aufzusuchen, die in ihrem eigenen Landkreis oder ihrer eigenen kreisfreien Stadt aufgrund der Infektionslage geschlossen sind“.

‘Bemerkenswerte’ Begründung

Dem NDR gegenüber sagte der Innenminister, «es sei seine Aufgabe als Innenminister, sich in den Läden umzusehen». Dass er dann auch gleich ein Ladekabel kaufte ist sicherlich rein opportunistisch erfolgt … Und da ja Weltfrauentag ist, hat er halt auch gleich noch Blumen gekauft.

Die Opposition und auch der Koalitionspartner sind fassungslos!

Da ist der ehemalige Berufsschullehrer für Lorenz Caffier als Landesinnenminister gerade im November 2020 zu seinem Nachfolger ernannt worden – und schon springt er kopfüber ins Fettnäpfchen.

Titelleistenbild: Olaf Kosinsky  (CC BY-SA 3.0-de)

(ikc)

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