SPUTNIK V: Jens Spahn auf Einkaufstour

Letztes Update: 8. April 2021, 13:37

Jens Spahn wartet nicht auf die EU …

EU will keinen Vorvertrag über ‘Sputnik V’

Die EU hat im Falle des SPUTNIK V-Impfstoffs keinen Vorvertrag mit dem Hersteller geschlossen – wie es sonst zuvor bei den Herstellern geschah. EU-Kommissar Thierry Breton bezeichnete einen Vorvertrag als “nicht notwendig”, da die EU genügend Impfstoff von anderen Herstellern gesichert habe.

Nun geht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) im Alleingang auf Einkaufstour und klärt im Vorfeld mit Russland die verfügbaren Lieferkapazitäten und -zeitpunkte ab. Weiterhin ist die Zulassung des Impfstoffes durch die EMA Bedingung. Wenn Spahn einen solchen Vorvertrag schließt, kann man nur hoffen, dass die Zulassungen etc. zwingend in den Vertrag mit einfließen.

Und leider muss man auch betonen, dass es hoffentlich nicht nur bei der Ankündigung von Jens Spahn bleibt!

Bayern als Vorreiter

Jens Spahn folgt damit Markus Söder, der bereits vor wenigen Tagen bekannt gab, dass Bayern ebenfalls SPUTNIK V im Einzelgang gesichert habe – die Rede ist von ca. 2,5 Millionen Dosen für Bayern.

Kritik wegen des Vorgehens

Allerdings gibt es auch Kritik an den Alleingängen, da diese nicht dem “vereinbarten Verfahren” entsprechen. So kritisiert Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) Söders Alleingang:

„Dass das ausgerechnet derjenige Kollege macht, der ansonsten mit markigen Worten immer ein betont einheitliches Verhalten in der Pandemie-Bekämpfung fordert, das spricht doch für sich.“

Im Gegenzug muss man aber auch deutlich sagen, dass sich die Alleingänge nun durchaus als eine Reaktion auf den bislang desaströsen Phlegmatismus des Bundes zurückführen lassen.

Titellistenbild: Olaf Kosinsky / Wikipedia | (CC BY-SA 3.0 DE)

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