Letztes Update: 9. April 2021, 21:04

Einleitung:

Slowakei und der SPUTNIK V-Impfstoff

Die Slowakei hatte zwei Millionen Dosen des Vakzins SPUTNIK V geordert. Die zwischenzeitlich eingetroffene Charge entspricht allerdings in seinen Inhaltsstoffen absolut nicht den bisher bekannten Angaben. Auch ein Abgleich des Vakzins mit Lieferungen aus anderen Ländern sei nicht möglich, da die Impfstoffe untereinander schlicht zu unterschiedlich sind. Ein weiteres großes Problem ist das Fehlen der Herstellerdaten – ein Abgleich ist somit kaum möglich.

Als die slowakische Arzneimittelkontrollbehörde SUKL nun den Impfstoff prüfte, stellte sich heraus, dass das gelieferte Vakzin nicht dem Sputnik V-Impfstoff entspricht, der zwischenzeitlich von der EMA geprüft wurde und auch von der medizinischen Fachzeitschrift The Lance für effektiv befunden wurde.

Das Statement der SUKL dazu: „Wie berichtet wird, soll Sputnik V in ungefähr 40 Ländern zum Einsatz kommen, aber diesen Impfstoff eint nur die Bezeichnung.

Igor Matovic auf Facebook

Der Ex-Premier und jetzige Finanzminister der Slowakei, Igor Matovic, fand deutliche Worte

Mit

„Glückwunsch, ihr Idioten“

, überzog Igor Matovic die Arzneimittelaufsicht seines Landes. Im Ergebnis wurde der Impfstoff nicht freigegeben.

Spahn und Söder & Co. voll Euphorie

Wir mussten diese Einleitung etwas ausführlicher fassen, da es erstaunlich ist, dass Jens Spahn, Söder & Co. doch recht euphorisch mit glänzenden Augen auf Sputnik V blicken. Etwas mehr Objektivität wäre hier zwischenzeitlich sicherlich nicht schadhaft. Auch aus der Wissenschaft mehren sich kritische Stimmen – insbesondere in Bezug auf den bereits Mitte des letzten Jahres “sehr zügig” freigegeben Impfstoff.

Eine ‘Unzeit’

Wie ungünstig dieses Ereignis insbesondere für Markus Söder kommt, kann man sich sicherlich vorstellen. Söder unterzeichnete nur wenige Stunden vor der Stellungnahme der slowakischen Behörde die Vorbestellung! Zwar sieht die Vorbestellung zwingend die EMA-Zulassung vor, doch andererseits sind bei ‘Reservierungen’ im Regelfall Vorauszahlungen fällig. Es wäre interessant zu wissen, ob und in welcher Höhe hier ‘Sicherheitsleistungen’ zu leisten waren.

Auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich bereits eine Millionen Dosen gesichert. Die Vorgespräche führte Manuela Schwesig bereits schon länger – sie hat nur –im Gegensatz zu Markus Söder– nicht gleich “die Glocken am Marktplatz” geläutet, um ‘frohe Kunde’ zu tun. Auch in Sachsen liebäugelt Michael Kretschmer mit Sputnik V. So reist Kretschmer Ende April nach Moskau und möchte dort seinen Besuch “auch zu Gesprächen hinsichtlich der Impfstoffforschung” nutzen.

Michael Kretschmer überlasst die Bestellung des russischen Vakzins allerdings dem Bund.

Bedingungen der Auslieferung

Besonders zu erwähnen ist, dass »eine Auslieferung in die EU erst möglich sei, wenn die Massenimpfungen in Russland selbst durchgeführt seien.«, so der RDIF-Chef Dmitriev. Die RDIF (Russian Direct Investment Fund) ist ein staatlicher Direktinvestititionsfond.

Anhand der russischen (sehr schlechten) Impfquote, könnte hier noch einige Zeit ins Land ziehen. Auf der anderen Seite ist es durchaus vorstellbar, dass Russland so lukrative Bestellungen nicht auf die lange Bank schiebt – hier könnte man also fast eine taktische “Stärkung der russischen Verhandlungsposition” vermuten.

 

Titelleistenbild: Alexey FedenkovPixabay

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