Jens Spahn warnt vor Schuldzuweisungen – um sie zu starten

Letztes Update: 24. Januar 2021, 13:49

In einem Atemzug

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerät immer mehr in die laute Kritik der Medien, noch vor der Bundesregierung. Nun tritt er die ‘Flucht nach vorn’ an:

“Wir sollten aufpassen, dass 2021 nicht das Jahr der Schuldzuweisung wird.“

so Spahn zur BamS.

Im gleichen Atemzug setzt Spahn dann nach. Er macht nicht nur die Politik für die hohen Infektions- und Todeszahlen verantwortlich, sondern auch die Bürger!

Ich mach mir die Welt …

Das ist wirklich unverfroren. Die Regierung versäumt es punktuelle Infektionsgeschehen anzugreifen. Es werden Lockerungen vorgenommen, die dem Bürger eine ‘Entspannung’ vermitteln. Arbeitsplätze und Großraumbüros bleiben geöffnet. Das Thema Home-Office ist nach einem Jahr noch immer nicht ausreichend geklärt! Seniorenheime und ältere Menschen erfahren nach wie vor keinen besonderen Schutz durch gezielte Maßnahmen. Dann kommt die zweite Welle, es wird panisch ein Flickenteppich ausgerollt und nun stellt sich Herr Spahn hin, mahnt vor ‘Schuldzuweisung’ und macht die Bürger verantwortlich?

Heute hat Jens Spahn gezeigt, mit welchem Beispiel er vorangeht. Er zeigt seine Wahrnehmung der Situation und auch, wie ernst er seine Verantwortung an oberster Stelle nimmt. Wir erinnern uns: Jens Spahn hatte in der Krise sogar noch Zeit gefunden, seine Position in der CDU bis hin zur Kanzlerkandidatur auszuloten.

Ignorante Fehleinschätzung

„Die Wucht, mit der Corona zurückkommen könnte, ahnten wir, wollten es aber in großer Mehrheit so nicht wahrhaben.“

Wen meint er mit ‘wir’? Der Gesundheitsminister zumindest hat in der Impfstrategie die ‘Messlatte der Fehler’ in eine Höhe gesetzt, die kaum mehr zu überbieten ist.

Ablenkungsmanöver

Jens Spahn betont nun, dass Deutschland 200.000 Impfdosen eines neuen Corona-Medikament gekauft habe (er nennt keinen Hersteller). Die Kosten dafür lägen bei 400 Mio EUR. Rechnerisch würde eine Dosis damit 2.000 EUR kosten! Ernsthaft, Herr Spahn?

“Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt. Zunächst in Uni-Kliniken”,

Der Gesundheitsminister macht es nicht wirklich besser – seine Erklärungsversuche werfen regelmäßig neue Fragen auf. Es wäre wahrscheinlich deutlich angebrachter sich verbal zurückzuhalten und mehr mit durchdachtem Handeln aufzufallen. Diese Möglichkeit ließ er bislang stets vorüberziehen.

Titelleistenbild: Syahril Muharam auf Pixabay

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