Viren Mutation: Spahn ignorierte sie schon 2019

Letztes Update: 9. Januar 2021, 09:32

Deutschland ist ‘miserabel’

Viren Mutation ignoriert: Das muss man sich mal vorstellen: In Großbritannien wurden mittlerweile mehrere tausend Fälle der neuen Mutation dokumentiert – in Deutschland sind es bislang, so das RKI, ganze vier. Nochmal: VIER!

Deutschland = Entwicklungsland

“Wir sind in Deutschland, was die molekulare Überwachung des Coronavirus angeht, wirklich miserabel”, so der Virologie und Leiter der Universität Freiburg, Hartmut Hengel: “Wir sequenzieren ohne repräsentative Probenerfassung auf dem Niveau eines Entwicklungslandes.” Weiterhin vertritt Hengel die Ansicht, dass ein ursprünglicher Ausbruch der Mutation in Deutschland, lange Zeit hätte unbemerkt bleiben können.

Fachleute warnten bereits 2019 vor Viren Mutation

Fachleute haben schon vor der Pandemie gewarnt! Am 19. November 2019, ganz zwei Monate vor Ausbruch der Pandemie, hat sich die Gesellschaft für Virologie gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie mit einem dringenden Schreiben an Jens Spahn, Gesundheitsminister gewandt.

Der Brief liegt u. A. dem NDR, WDR und der “Süddeutscher Zeitung” vor.

In dem Brief heißt es wohl: Ein “ministerielles Eingreifen” von Jens Spahn sei “unausweichlich geworden”. Sollte es zu einer Ausbruchssituation kommen, fehlen sämtliche „Möglichkeiten der molekularen Surveillance”, einer Überwachung mithilfe eines genetischen Fingerabdrucks.

Kommunikationsschwäche, Herr Spahn?

Medien berichten, dass Spahn sich bis heute der Gesellschaft für Virologie nicht geantwortet habe. Allerdings habe man der Gesellschaft für Hygiene geantwortet. Ein Treffen mit den Fachgesellschaften habe bisher nicht stattgefunden, sei aber “weiterhin geplant”. Interessanterweise möchte sich der Präsident der Gesellschaft für Hygiene, Prof. Georg Häcker, zu dem Fall bislang nicht äußern.

Brauchen wir einen solchen Kanzler?

Übrigens: Jens Spahn lotet aktuell gerade seine Chancen als Kanzlerkandidat aus!

Titelleistenfoto:
Jens Spahn auf dem CDU Bundesparteitag Dezember 2014 in Köln
Urheber: Olaf Kosinsky / Wikipedia

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