Letztes Update: 5. Mai 2021, 08:12

Prüfverfahren eingeleitet

Die EMA hat aktuell das Prüfverfahren für die Zulassung des chinesischen Impfstoffs Sinovac (Impfstoff-Name “CoronaVac”) gestartet. Dabei handelt es sich um ein “Rolling Review”-Verfahren, bei dem die Ergebnisse bereits nacheinander ausgewertet werden, statt zu warten, bis alle Daten vorliegen. Dieses Verfahren beschleunigt die Zulassung und wurde auch schon bei den bisherigen Zulassungsverfahren angewendet.

Bei Sinovac handelt es sich um einen “Totimpfstoff” (Impfstoff, der nicht aus replikationsfähigen Pathogenen besteht, sondern aus einzelnen Bestandteilen).

China räumt Sinovac mäßige Wirkung ein

Am 11. April gab ein ranghoher Volksvertreter Chinas zu, dass der Sinovac-Impfstoff eine Wirksamkeit von lediglich 50 Prozent (brasilianische Studie) erzielt! Vor schweren Krankheitsverläufen allerdings, erreicht das Vakzin eine Leistung von 80 Prozent.

Realistisch betrachtet, wäre das Präparat somit eher ein Corona-Medikament zur Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe, als ein Impfstoff. Immerhin besteht die Wahrscheinlichkeit einer Infektion trotz Impfung mit CoronaVac demnach bei immer noch 50 Prozent! Vor dem Hintergrund der “Freiheiten für Geimpfte” könnte das durchaus eine schwierige Rechtslage schaffen. Ist man zu 50 Prozent geschützt, oderstellt man zu 50 Prozent eine ‘Infektionsgefahr’ dar – inklusive des Weitergaberisikos? Immerhin ist der Gesetzgeber in seiner Abwägung immer bemüht, eher die Risiken zu unterbinden.

Sollte Sinovac tatsächlich eine so reduzierte Wirksamkeit besitzen, verbietet sich der der Einsatz in (zumindest) Deutschland faktisch selbst – zumindest als “Impfstoff”. Als ein hervorragendes Medikament zur Vermeidung schwerer Krankheitsverläufe wird er womöglich in den Kliniken einen durchaus hohen Absatz finden.

Die Türkei allerdings bescheinigt Sinovac eine Wirksamkeit von 91 Prozent und Indonesien von “über 65 Prozent”. Diese Diskrepanz der Werte ist nicht unerheblich, da muss die EMA also sehr genau prüfen!

‘Ladenhüter’ vorprogrammiert?

Das Problem ist immer, wenn man den Menschen ein “neues” Produkt anbietet, was nicht den Level der bereits erhältlichen und renommierten Produkte erreicht. Wer greift zu einem “zweifelhaften” Impfstoff, wenn der ‘Goldstandard’ direkt daneben steht – insbesondere, wenn der Bürger sich nicht die Kostenfrage stellen muss?

Was mit einem ‘zweifelbehafteten’ Impfstoff hinsichtlich der Akzeptanz geschieht, haben wir alle erlebt. Eine mögliche EMA-Zulassung ist glücklicherweise keine ‘Kaufempfehlung’ für die Länder.

Titelleistenbild: Governo do Estado de São Paulo, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

(ikc)

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