Letztes Update: 15. Februar 2021, 09:14

Schulschließungen führen zu Stundendefiziten

Die monatelange Schulschließungen sorgen für ein großes Defizit in den Unterrichtsstunden. Josef Kraus (71), Ex-Chef des Lehrerverbands beklagt, dass die Zahl der ausgefallenen Unterrichtsstunden bereits bei 500 Stunden liegt.

„Die Kultusminister sollten für das Sommerhalbjahr Samstagsunterricht festlegen“

An der Realität vorbei

Schießt Herr Kraus hier über das Ziel hinaus? Die Politik schließt die Schulen und Kitas – aber die Kinder und Lehrer haben keine Ferien! Zwar findet kein Präsenzunterricht statt, aber auch so haben die Schüler und Lehrer genug zu tun. Der Wochenlehrplan für die Kinder muss erstellt werden, es werden Erfolgskontrollen vorgenommen etc. Auch die Kinder haben viel zu tun – ich bin selbst Vater eines 10-jährigen Jungen und bekomme es direkt mit. Darüber hinaus habe ich zwei Lehrer im näheren Bekanntenkreis. Wer nun glaubt, hier wird sich entspannt, der irrt. Auch Lehrer haben Kinder!

Der Lockdown macht es härter

Die Eltern im Homeoffice, die Schüler im Homeschooling. Der Ablauf durch Schulschließungen ist deutlich straffer, als zu Zeiten des geregelten Alltages. Die Eltern helfen ihren Kindern, müssen nebenbei aber auch noch ihre Arbeit im Home-Office erledigen und zusätzlich die Essensverpflegung (Kochen) wuppen. Die Kinder haben weniger Freizeit, als zu geregelten Schulzeiten – ganz zu schweigen von der psychologischen Belastung aller Beteiligten.

Dass nun in einer solchen Phase der Vorschlag zu ‘Samstagsschule’ und ‘Ferienarbeit’ kommt, ist an der Realität kilometerweit vorbei gedacht. Die Kinder sehen dann “nur noch Schule”, keine Freizeit mehr und verpassen jede Chance, endlich wieder in ihren Rhythmus zu finden. Die Auswirkungen auf die Psyche und das Familienleben dürften erheblich sein.

„Die Kultusminister sollten Lehrer, die sich einer guten Unterrichtsdurchführung während Corona verschließen, daran erinnern, dass Lehrer in unserem Staat sehr hoch besoldet werden und berufliche Sicherheit genießen – anders als viele andere“

(Schüler-Union-Chef Finn Wandhoff (20))

Anmaßende Phrasierung

Die Anmerkung von Finn Wandhoff ist anmaßend und ‘unklug’. Ja, sicherlich gibt es auch Lehrer, die dem EU-Beispiel von Frau Stella Kyriakides (‘Füße hoch’) folgen. Aber wir sind hier nicht beim Militär, wo die ganze Truppe büßt, nur weil ein geringerer Teil «schei*e baut»! Und wieder zeigt sich eine “globale Haudrauf”-Mentalität. Offensichtlich wird die Tugend zu differenzieren, gerade gründlich verlernt.

Ja, die Versäumnisse in den Schulen hinsichtlich des Präsenzunterrichtes sind groß – aber lasst nicht die Kinder büßen, weil die Politik monatelang gepennt hat und keine Strategien aufstellte. Während der gesamten Pandemie hat die Regierung bislang nur reagiert, aber nie agiert!

„Man fährt auf Sicht“, heißt es immer aus Regierungskreisen. Das IKC vermisst dabei aber VorSICHT, WeitSICHT und RückSICHT!

Titelleistenbild: Schule Foto erstellt von freepik – de.freepik.com

(ikc)

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