Sachsens Inzidenzwert steigt – Unvernunft?

Letztes Update: 9. April 2021, 10:47

Sachsens Inzidenzwert steigt – wegen Unvernunft?

Die “200” in greifbarer Nähe

Sachsens Inzidenzwert steigt unaufhörlich. Lag noch letzte Woche am Sonntag der Sieben-Tage-Inzidenzwert bei 158,8, ist der Wert heute bei 183,0 angekommen. Und das, obwohl die Gesundheitsämter ‘Wochenende’ haben – man muss somit zum Dienstag mit einem erheblich Anstieg rechnen. Woran liegt es? Die Grenznähe zu Tschechien (482,0) wird es nicht ausschließlich sein. Die Ursache liegt vielmehr in den Hot-Spots, die für eine Erhöhung der gesamtsächsischen Inzidenz sorgen. Insbesondere sind das das Vogland (418,1) und Zwickau (289,5).

«Ich vertraue auf die Vernunft der Bürger»

Es ist ein ‘Vernunftsproblem’! Nehmen wir mal das Beispiel Bautzen. In Bautzen ist ein Großteil der Menschen der Meinung, dass Corona bei Weitem nicht so schlimm ist, wie propagiert wird. Am 25. März z. B. berichtete bereits die BILD, dass dort “keiner jemanden kennt, der Corona habe”. Das ist erstaunlich – bei einem aktuellen Inzidenzwert von 156,1 und bislang über 700 Verstorbenen.

Das mag aber auch daran liegen, dass Bautzen zu einer der ‘wirtschaftsschwachen Regionen’ gehört, wie das RKI ermittelte. Laut RKI ist das Virus in diesen Regionen besonders aktiv – es mangelt zum Teil einfach an räumlich-sozialer Distanz.

Bautzen kennt kein Corona

In der Bautzner Plattenbau-Siedlung am Gesundbrunnenring sagt (laut BILD) Helmut (66): „Ich kenne keinen, der Corona hatte. Meine Schwiegermutter ist im November 2020 gestorben, die wurde dreimal negativ getestet. Am Ende hat die Schwester auf der Station gesagt, das müsse trotzdem in die Coronastatistik.

Laut WDR (Winter 2020) sei Bautzen eine „Hochburg der Verschwörungsmythen“. Dazu passen dann auch Aussagen, dass »dass alles gar kein Corona sei, dass ist eine normale Grippe«. Es könne ja auch gar nicht sein, dass »die Grippe durch Corona ‘ausgestorben’ sei« … Nun, zumindest ist die Grippewelle 2020/2021 weitgehend ausgeblieben.

Droht Dresden gleiches Inzidenzwert-Schicksal?

In Dresden gibt es die ‘Äußere Neustadt’. Hier zeigt sich täglich ein Muster-Bild der Unvernunft. Die Menschen tragen auf den Straßen konsequent keinen Mundschutz und halten keine Abstände ein.

Jüngstes Beispiel (selbst erlebt): Auf den engen Fußwegen begegnen sich 2 Gruppen aus jeweils 5 Passanten – sie drängeln sich ungeschützt aneinander vorbei, komplett auf Tuchfühlung mit Körperkontakt. Fragt man Bürger, warum sie keine Masken tragen, dann heizt die Stimmung sofort aggressiv hoch. Man »brauche keinen Mundschutz auf der Straße« … Offensichtlich sind viele Bürger nicht einmal in der Lage, die sächsische Corona-Schutzverordnung zu lesen, wofür auch? Dort heißt es unter §3, Abs. 1: § 3 „Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung besteht, wenn sich Menschen im öffentlichen Raum begegnen.“ – eigentlich unmissverständlich, oder? Dresdens Inzidenzwert ist mittlerweile auf 125,0 gestiegen.

Demokratie innerhalb der ‘Diktatur’

Im Übrigen tragen die ständig verbotenen Demonstrationen der Corona-Gegner mit Sicherheit auch zu dieser negativen Entwicklung bei … die Demonstrationen, die dem Staate ja auch eine Diktatur vorwerfen! Da fragt sich im Gegenzug der ‘verstandsbegabte Bürger’ natürlich, wie kann denn in einer Diktatur eine verbotene Demonstration stattfinden? Also eine Demo, die mit demokratischen Argumenten (‘Versammlungsfreiheit’) organisiert wird, um (u. a.) gegen die Diktatur zu protestieren … Wir denken wahrscheinlich nicht ‘quer’ genug, oder schnüffeln zu wenig an der Pattex-Tube.

Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte immer, er “vertraue auf die Vernunft der Menschen” … – möglicherweise sollte er nun nach einem Jahr Pandemie seine Haltung überdenken?

Verstöße werden ignoriert – Knöllchen sofort geahndet

Die Polizei fährt tagsüber oftmals durch die Neustadt. Dabei fahren sie regelmäßig an den Menschen vorbei, die sich dicht gedrängt und ohne Mindestabstand aneinander ‘reiben’ – aber sie halten nicht an …

Stellt man aber sein Auto für nur fünf Minuten vor einen abgesenkten Gehweg (Bordstein), oder hält generell im Halteverbot, kann man sich sicher sein, dass ‘wie aus dem Nichts’ plötzlich das Ordnungsamt auftaucht und sofort das Knöllchen zückt. Wohlgemerkt, das Ordnungsamt sieht man aktuell in der Neustadt sonst seltener als den Sasquatch in den ‘Rockys’.

Wie sagte Michael Kretschmer am 26. März so schön?: „Aktuell sei die Pandemie „mit dem derzeitigen Instrumentenkasten“ nicht aufzuhalten.

Also eines ist sicher: Das Instrument der ‘öffentlichen Ordnung’ fehlt zumindest definitiv… So kann das nichts werden!

Titelleistenbild: Anh Tuan Phan auf Pixabay

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