Letztes Update: 26. April 2021, 11:16

Der Impfstoff von Curevac (deutsches Unternehmen in Tübingen) steht vor der Studie-3 – genauso, wie Sputnik V.

Ramona Pop mit klarer Forderung

Ramona Pop (Martin Rulsch)
Klick vergrößert [© Martin Rulsch, (Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)]
Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hat ein klares Veto gegen die Bestellung des russischen Vakzins Sputnik V eingelegt. Pop kritisiert die bevorzugte Bestellung eines russischen Impfstoffes, obwohl der heimische Curevac-Impfstoff den gleichen Entwicklungsstand aufweist!

Im Gegensatz zum Curevac-Vakzin (mRNA-Impfstoff) ist Sputnik V ein Vektor-Impfstoff – genau so, wie das Vakzin von AstraZeneca. Experten prognostizieren bereits jetzt schon eine ähnliche Nebenwirkungen wie bei den Impfstoffen von Johnson & Johnson und AstraZeneca. Die Nebenwirkungen begründen sich bereits im Aufbau des Impfstoffs (dem Vektor) – das lässt sich auf Grund der Zusammensetzung also gar nicht ändern!

Curevac bleibt zu unbeachtet

Es ist erstaunlich, dass ein heimischer Impfstoff nicht die Akzeptanz erfährt, wie der russische Impfstoff, der darüber hinaus, oftmals als “Propaganda-Impfstoff” betitelt wird. Sputnik V ist, genau wie Curevac, noch im Studie-3-Prozess – beide Impfstoffe (Curevac/Sputnik V) warten noch auf die EMA-Zulassung.

Trotzdem bestellte z. B. Bayern bereits 2,5 Millionen Dosen Sputnik V. Und Michael Kretschmer ‘vertrat’ kurzerhand und selbstständig den Außenminister Heiko Maas bei seinem Russlandbesuch und verkündete einen Deal über die Zusicherung von 30 Millionen Sputnik V-Dosen. Ungünstig dabei ist allerdings der Umstand, dass weder das Bundesgesundheitsministerium, noch das Kanzleramt dazu keine Ermächtigung erteilte.

Man muss sich schon fragen, warum sich einige deutsche Politiker so “medienwirksam” auf den noch zulassungsreifen Sputnik V-Impfstoff stürzen – womöglich ist die Bezeichnung “Propaganda-Impfstoff” seinem Ruf gerecht geworden?

Von Curevac zumindest ist die geplante Impfstoff-Menge für 2021 lediglich mit 24,5 Millionen Dosen angegeben (Quelle: Bundesregierung.de)

Sogar der Impfstoff von Sanofi/GSK (FRA/GB) ist mit einer geplanten Menge von 27,5 Millionen Dosen angegeben worden. (Unsere Übersicht der Impfstoffe findest Du hier)

Notfallzulassung gefordert!

Nun fordert Ramona Pop eine Notfallzulassung für den mRNA-Impfstoff von Curevac.

„Der Impfgipfel am Montag muss den Startschuss dafür geben, dass in den kommenden Wochen deutlich mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden können“, so Ramona Pop zum Tagesspiegel. „Hier braucht es schnelle Maßnahmen und keine Phantomdebatten wie die Beschaffung von Sputnik-Impfstoff.“

Ramona Pop regt nun an, diesen Weg abzukürzen. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach teilt diesen Standpunkt. Für Deutschland könnte das Paul-Ehrlich-Institut schon vorher eine Notfallzulassung beschließen!

„Ich plädiere für eine Notzulassung des Curevac-Impfstoffes, um kurzfristig einen weiteren mRNA-Impfstoff mit hoher Wirksamkeit und geringen Nebenwirkungen einsetzen zu können.“

Politisch motiviert

Die Ablehnung gegenüber des russischen Impfstoffs begründet sich nicht nur aufgrund seiner Vektor-Basierung, sondern auch, dass von einer Bestellung des Sputnik V-Impfstoffes nur einer profitiert – Wladimir Putin.

Von der Hand zu weisen ist das nicht …

Titelleistenbild: Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Foto im Text: Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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