Letztes Update: 30. April 2021, 10:44

Pirna auf Irrwegen …

Hat da jemand das Wort “Sparen” nicht begriffen?

Kennt ihr das? Man geht durch die Stadt, holt sich einen “Coffe-to-Go”, oder ein Brötchen/sonstigen Snack, den man gerne auch “auf die Hand” verputzt. Am Ende bleibt Verpackungsmüll übrig, den man nun gerne in den dafür passenden Mülleimer entsorgen möchte. Macht auch durchaus Sinn, wenn man das Stadtbild nicht der städtischen Mülldeponie angleichen möchte.

Was aber, wenn keine Mülleimer da sind? Viele schmeißen dann ihren Müll einfach in die Natur – das kennt man ja leider. Am Ende muss also die Stadtreinigung anrücken und die ganzen vermüllten Straßen, Parks und Plätze säubern – das kostet natürlich Geld, gesetzt den Fall, man würde die Reinigung in Betracht ziehen.

Umso erstaunlicher, dass nun der OB Klaus-Peter Hanke (67, parteilos) der Stadt Pirna (Sachsen) dann doch mal gleich 133 der insgesamt 285 Mülleimer abbauen lassen möchte. Begründung: “Einsparung der Entleerungskosten” in Höhe von EUR 35.000. Denkt da jemand nur ‘von der Tapete bis zu Wand’?

Das geht noch “effektiver”

Man könnte jetzt glatt vorschlagen, dann doch auch gleich Spielplätze und Brücken zu Sperren – spart ja auch Kohle. Und warum nicht dann auch gleich die Straßenbeleuchtung abschalten? “Ja, genau!” könnte man nun glatt meinen? Tatsächlich wird darüber beim Bürgermeister schon nachgedacht!

Wir hoffen auf die Achtsamkeit der Pirnaer, die den Müll entweder im nächsten Papierkorb entsorgen oder mit nach Hause nehmen“, so die Stadtsprecherin Jekaterina Nikitin (36). Keinesfalls zumindest, werde es “zusätzliche Reinigungstouren geben”, so die Stadtsprecherin weiter.

Ganz offensichtlich hat die Stadt Pirna ein Finanzproblem, wenn zu solch hanebüchenen Methoden greifen will (Anm.: Ja, hat die Stadt: 7,5 Mio). Wir empfehlen da eindeutig ein effizientes Controlling der städtischen Ausgaben! Wir haben nämlich den Verdacht, dass eine solche monetäre Schieflage durch andere Stellschrauben kompensiert werden könnte. Erfahrungsgemäß ist im Städtebau “der Mülleimer” selten für eine desolate Finanzlage verantwortlich.

Wir haben da auch gleich einen recht konstruktiven Vorschlag: Womöglich überdenkt man nochmal die Beteiligung am “Gewerbepark IPO“? Hier zumindest könnte man ca. eine Million ‘freischaufeln’ – statt die Stadt verdrecken zu lassen.

Es fehlen dann zwar immer noch 6,5 Millionen Euro in der Kasse, aber durch das ‘Vertreiben’ des Tourismus’ wird der Kontostand mit Sicherheit nicht steigen!

Wie wirbt die Stadt Pirna so schön auf seiner Webseite?

„Ein weltbekannter Marktplatz, wunderschöne kleine Läden, Cafés und Restaurants, ein geselliges Kulturleben und nur einen Katzensprung bis Dresden oder in die Sächsisch-Böhmische Schweiz – es gibt 1.000 gute Gründe für einen Besuch in Pirna.“

Diese “1.000” Gründe werden in Kürze erheblich dezimiert werden … – und die Stadtkasse analog dazu.

Titelleistenbild: Norbert Kaiser, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

(ikc)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwölf − 8 =