Letztes Update: 18. April 2021, 13:37

Altmaier plädiert für “harten Lockdown”

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) springt der Kanzlerin an die Seite und fordert ebenfalls die Ausgangssperre.

„Überall auf der Welt, wo eine Infektionswelle erfolgreich gebrochen wurde, hat man das mit dem Instrument eines harten Lockdowns geschafft.“

Zuerst einmal sei gesagt, dass dies selbstverständlich eine logische Konsequenz ist. Wo Menschen im Rahmen einer Ausgangssperre in einen ‘Hausarrest’ isoliert werden, ist wenig Ansteckungsgefahr – logisch … Allerdings übersieht der gelernte Jurist dabei offensichtlich die bereits heftig diskutierte Verhältnismäßigkeit. Natürlich kann man brachial den Wirt ‘absondern’ – aber hat man vorher wirklich sämtliche der möglichen Maßnahmen ausgeschöpft? Denn grundsätzlich gilt es, gesetzliche Maßnahmen wie die vorgesehene Ausgangssperre vor allem am Maßstab der Grundrechte zu bewerten.

Infektionstreiber in Innenräumen

Mittlerweile gibt es erhebliche Zweifel, ob eine Ausgangssperre über den gewünschten Erfolg erzielt. Wenn man den “Partygänger” damit verhindern will, wird das schlicht nicht funktionieren. Die Zeiten des Partybeginns werden dann auf 20:30 Uhr gelegt und die meisten Gäste bringen sich Schlafsäcke mit – das wird bereits jetzt schon so gehandhabt!

Und genau hier handelt der Gesetzgeber dann kontraproduktiv zu seinem eigentlichen Ansinnen: Er ‘pfercht’ die Menschen in die Innenräume – die Orte die am gefährlichsten für die Infektionsrate sind!

Ein Blick auf die Regionen

Bemerkenswert ist ein Umstand in den USA:
In Texas ist das Infektionsgeschehen relativ ‘entspannt’. In Michigan hingegen explodieren die Zahlen förmlich. Das Besondere dabei ist, dass Texas seit einiger Zeit nicht mal mehr eine Maskenpflicht hat – Michigan hingegen schon! Die Bürger sind den “Lockdown” leid und halten sich nicht mehr an die Sperren. Texas hat dies erkannt und weiß, dass sich kontrollierte Freiheiten deutlich positiver auf das Infektionsgeschehen auswirken, als harte Maßnahmen – denn dann findet alles heimlich hinter verschlossenen Türen statt.

Das IKC hat sich mal die sehr unterschiedlichen Fallzahlen in den deutschen Städten und Landkreisen angesehen. Dabei fiel eines auf: Die Regionen mit hohen Fallzahlen haben ihre Infrastruktur baulich im Stadtkern zentralisiert. Die “Außengebiete” haben kein dichtes Netz an Supermärkten und Einkaufsmöglichkeiten. Das Ergebnis ist, dass die Menschen also gezwungen sind, sich an einem Ort ‘zu reiben’ – nämlich in der Innenstadt. Die An- und Abreise findet dazu dann auch häufig mit dem ÖPNV statt, da viele Städte mittels erhöhter Parkgebühren die Autofahrer aus der Stadt treiben wollen.

In diesem Zuge übrigens, kann man Dresden nur “gratulieren” – hier werden die Parkgebühren in Kürze drastisch erhöht, da man die Menschen auf den ÖPNV verlagern möchte – ohne die Taktung der Busse und Bahnen allerdings zu erhöhen …

Es zeigt sich also, dass das Infektionsgeschehen offensichtlich signifikant durch Bebauungs- und Einkaufsladendichte gefördert wird! Auch die Stadt Salzgitter ist ein hier ein interessantes Beispiel – dort ist ebenfalls ein hohes Infektionsgeschehen zu verzeichnen. Allerdings ist Salzgitter keine “Wohnstadt”, sondern vielmehr ein ausgeprägter industrieller Standort – und auch hier kanalisieren sich gezielt die Menschenströme.

Zwänge und Kurzsichtigkeiten

Glaubt Herr Altmaier nun wirklich, er könne in einem Land, welches seit über einem Jahr die Menschen maßregelt und einschränkt, etwas mit erneuten und erhöhten Einschränkungen erreichen? Man ist deutlich zur Auffassung geneigt, dass dieser Schuss nach hinten losgeht!

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Regierungsmitglieder Maßnahmen entgegen jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis ‘durchpeitschen’ wollen.

Zu dem Thema der “Innenraum-Infektionen” haben wir übrigens schon berichtet – siehe hier.

Titelleistenbild: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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