Nationaler Impfplan – jetzt erst?

Letztes Update: 2. Februar 2021, 09:58

Die Impfstrategie scheitert kläglich – und nun wird man erleuchtet durch die Idee eines Impfplans.

Eine Regierung im Tiefschlaf

Seit einem Jahr ist Deutschland fest in der Hand von Corona. Die Regierung hatte ausreichend Zeit, sich auf die als sicher geltende ‘Zweite Welle’ einzustellen. Es wurde nichts unternommen! Bereits im Herbst war bekannt, dass der Impfstoff kommen wird. Die Regierung hat keine Impfstrategie entwickelt. Vielmehr scheint den Verantwortlichen alles über den Kopf gewachsen zu sein. Man hat die EU förmlich angebettelt, das Zepter in die Hand zu nehmen. Jens Spahn selbst hat eine so schwerwiegende Fehlerliste zu verantworten, dass sein Rücktritt nach der Pandemie förmlich Pflicht ist.

„Impfgipfel“ verkommt zur Show der Selbstdarstellung

Der gestrige Impfgipfel brachte NULL! Leider war das schon zu erwarten – die Sinnlosigkeit wurde aber nochmal getoppt… –

„Es ist ein einziges Blabla – weiß nicht, was ich hier soll“

(Ein Teilnehmer des IGs)

Solche Misstöne wurden mehrfach laut.

Es wurde lamentiert und sich in Theorie geflüchtet. So wurde beispielsweise erst einmal die ‘Idee’ zu einem Impfplan in den Gipfel eingebracht. Einen Entwurf eines solchen Imfplans will die Bundesregierung tatsächlich ‘schon’ bei den Bund-Länder-Gesprächen zur Corona-Krise in der kommenden Woche vorlegen… Das ist ein Hohn.

Mit anderen Worten: In den letzten Wochen ‘schreien’ die Medien und Experten förmlich auf – es wird deutlich aufgezeigt, woran es hapert. Die Regierung ignoriert es schon fast ‘militant’ und fährt weiter „die lange Reise der Beratungen“. (Es ist übrigens erwiesen, dass sich CoVid-19 nicht totquatschen lässt! [IKC-Sarkasmus])

Im Übrigen hatten mehrere Politiker gefordert (selbst das IKC bemängelte das schon), Experten einzuladen, die aus verschiedenen Blickwinkeln gucken. Die Essenz bei solchen Gesprächen hat immer den Vorteil, dass vorher ausreichend das Pro und Contra beleuchtet wurde. Namentlich wurden hier z. B. der Virologe Hendrick Streeck und Klaus Stöhr genannt. Merkel reagierte nicht einmal darauf.

Das IKC betont deutlich. Auch wenn die Meinungen über die Experten weit auseinander gehen, so ist es trotzdem wichtig auch diese zu hören. Jeder Meinung und jeder Strategievorschlag birgt Erkenntnisse – und in der Summe entsteht Sinnvolles.

„Wäre ich Ministerpräsident, würde ich mir wünschen, ein möglichst breites wissenschaftliches Bild und auch Für- und Wider-Argumente zu hören.“

(Hendrik Streeck )

‘Angebot’ wird gemacht

Neben der Idee des Impfplans verkündet Frau Dr. Merkel dann auch noch:

„Unsere Aussage, dass wir bis Ende des Sommers jedem Bürger ein Impfangebot machen können, können wir aufrecht erhalten.“

(Angela Merkel)

Bitte genau lesen! Hier wird keine Impfung zugesagt, sondern lediglich versprochen, dass ein ANGEBOT gemacht wird. Das ‘Angebot’ kann auch durchaus darin bestehen, dass eine Impfung für 2022 (oder auch später) als gesichert gilt – je nachdem, ob ein Hersteller gerade mal wieder ‘Schwierigkeiten’ in der Produktion hat. Also bitte nicht davon ausgehen, dass zum September hin alle immunisiert werden. Man darf auch nicht vergessen, dass aktuell die Mutanten des Virus’ eine große Unbekannte darstellen. Und bis auf „…wahrscheinlich ist der Impfstoff gegen Mutation teilweise wirksam“ konnten wir bislang noch keine deutliche Aussage vernehmen, dass man an einem Stoff arbeitet, der die Mutation gezielt angeht. Im Herbst 2021 kommen dann die nächsten ‘Klatschen’ – betreffend dieses Versäumnisses.

Ein Faustschlag ins Gesicht

Man kann schon von schwerem Empathieverlust sprechen, wenn die Kanzlerin sich erst nach Wochen hinstellt und sagt, „Ziel sei es, mehr Sicherheit zu geben, wie das Einladungsmanagement für die Menschen erfolgen kann.
Das ist bemerkenswert, wenn im Gegenzug die Impfzentren händeringend auf die Impfwilligen warten, die Seniorenheime vernachlässigt werden und täglich tausende Menschen sterben. Man beachte das Wörtchen “mehr” in der Aussage – denn bislang gab es NULL Sicherheit. Bei solchen ‘Kompetenzen’ muss man ja direkt Angst bekommen, wenn nächste Woche der Impfplan vorgestellt wird.

Ein Hohn war dann auch die Aussage von Malu Dreyer ((58, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, SPD))

„Zum ersten Mal sind alle Akteure an einen Tisch gekommen, um für mehr Planbarkeit und eine Erhöhung des Impfstoffes für die Bevölkerung in Europa zu sorgen.“

Richtig, „Zum ersten Mal“ … – das sogar so deutlich zu betonen, kann keinesfalls als positive Botschaft zu verstehen sein.

Task-Force etablieren

Die gesamte Pandemie hat bislang eine Regierung offenbart, die ziel- und hilflos auf einem sinkenden Schiff mit Zahnputzbechern den Untergang verhindern will. Es werden nun die Rufe nach einer TASK-FORCE laut. Die Regierung will davon nichts wissen. Die Eitelkeit von Merkel, Spahn und Co. lässt es natürlich nicht zu, dass man sich endlich eingesteht, kläglich versagt zu haben.

Der Preis für diese Eitelkeiten ist unerträglich hoch, es kostet Menschenleben.

Titelbild/Symbolfoto: Gerd Altmann auf Pixabay
Montage: IKC

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