MP Michael Kretschmer legt Corona-Lockerungsplan vor

Letztes Update: 25. Januar 2021, 18:48

MP Michael Kretschmer prischt erneut vor – vorzeitig?

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) ist nicht gerade für seine ‘stabile Aussagequalität’ bekannt. In der Vergangenheit traf er immer wieder Aussagen, die er kurze Zeit später wieder über Bord warf.

Nun legt sich Kretschmer auf einen Zeitplan fest, was die Öffnungen von Schulen, Kitas, Gastronomie und Friseure angeht.

„Bildung hat für mich Priorität. Die Abschlussklassen sind in Sachsen bereits an den Schulen, in getrennten Räumen und geteilten Klassen.“

Michael Kretschmer will demnach nach dem 14. Februar die Schulen und Kitas öffnen («wenn es verantwortbar ist»). „Auch Friseure sollten dann wieder öffnen dürfen.

Grundsätzlich ist das ja eine ‘freudige Botschaft’ – allerdings muss man genau hinsehen, ob es denn auch angebracht ist. Die allseits angeführte Inzidenz von 50 ist aktuell wohl kein Thema mehr – Michael Kretschmer erwähnte sie zumindest nicht – was indirekt auch ein kleiner Affront gegen seinen Vize Martin Dulig sein könnte?

Die Einschränkung folgt stehenden Fußes

„Im März könnten wir dann über den Einzelhandel sprechen. Und nach Ostern auch über die Gastronomie.“

RUMMS! Mit anderen Worten ist es also ziemlich sicher, dass die Gastronomen noch weitere zwei Monate warten sollen, bis sie wieder öffnen dürfen. Das ist aus ‘pandemischer’ Sicht möglicherweise unumgänglich, wobei auch hier (nach wie vor) starke Zweifel bestehen, da die Gastronomie mit ihren Hygienevorschriften zu keinem Zeitpunkt ein ‘Infektionsherd’ darstellte.

Immerhin hatte bereits am 20.10.2020 das RKI höchstselbst in seiner ‘täglichen Lageeinschätzung‘ (siehe Seite 10) festgestellt, dass die Gastro im Infektionsgeschehen kaum eine Rolle spielt. Dies bestätigte u. A. auch Ulf Dittmer, Virologe am Essener Uniklinikum.

Haben Sie da nicht etwas vergessen, Herr Ministerpräsident?

Was nun also schmerzlich fehlt, ist die Aussage, wie den Gastronomen in dieser Zeit geholfen werden will. Klar ist, dass es ohne Unterstützung nicht geht. Und damit sind wir wieder beim Thema der ‘Intransparenz’ – die Kommunikation mit den Bürgern und Unternehmern ist noch immer zu oberflächlich.

Titelleistenbild: © photothek.net/Sächsische Staatskanzlei

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