Michael Kretschmer: Verschärfung der Einschränkungen?

Letztes Update: 9. April 2021, 10:47

Kretschmer stellt Verschärfung in Aussicht

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) ist besorgt über die deutlich ansteckendere Mutation des Virus’, so Michael Kretschmer im Deutschlandfunk. Aktuell sei die Pandemie „mit dem derzeitigen Instrumentenkasten“ nicht aufzuhalten.

Da hat er Recht! Aber im Gegenzug zeigt Sachsen auch keine Lösungsansätze. Kretschmer ‘fährt’ dicht in der Spur von Merkel, teils “toppt” er sogar die Maßnahmen. Wir wiederholen es gerne gebetsmühlenartig: TESTEN! Mit Blick auf andere Städte (ins. Tübingen) zeigt sich in den Modellen, dass eine ausgefeilte Teststrategie die Infektions-Dynamik brechen kann. Verhindern kann man mit Testen keine Infektionskette, aber die ‘Dynamik’ der Welle kann zumindest gebrochen werden.

Sachsen hat sich viel zu lange an Berlin orientiert und die ‘Knallhartlinie aus dem Büro der Kanzlerin’ mitgetragen. Innovationen und eigene Konzepte blieben jedoch vollständig aus.

Testzentren

Die konsequente Installation von Testzentren wäre sicherlich ein probates Werkzeug im “Instrumentenkasten” gewesen. Und selbstverständlich ist sich das IKC darüber bewusst, dass hier Personal erforderlich ist. Die Bundeswehr wurde seit letztem März 2020 ca. 336 mal um Amtshilfe gebeten. Mit Stand Januar 2021 sind ca. 950 Soldaten unterstützend in Sachsen tätig. Ein Großteil der «Helfenden Hände» (Soldaten) packte z. B. in Görlitz (106 Mannstärke) mit an. Eine ‘Umschichtung’ wäre durchaus möglich gewesen – wenn Sachsen bei den Impfungen nicht völlig hinten anstehen würde!

Dazu eine Erklärung des sächsischen FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst:

Torsten Herbst
(© FDP / Karsten Prausse)

Ausgerechnet bei der Risikogruppe der Senioren ab 80 gehört Sachsen zu den Schlusslichtern beim Impfen. Hier wird das sächsische Impfchaos einer vollkommen überforderten Sozialministerin besonders deutlich. Mit der Schließung von Unternehmen, Schulen und Kitas war Sachsen immer besonders eifrig dabei – diesen Eifer zeigt der Freistaat beim Impfen und auch beim Testen nicht einmal ansatzweise.

Sachsen muss endlich alle Möglichkeiten ausschöpfen, die oftmals nicht so mobilen und internet-affinen Senioren ab 80 schnellstmöglich zu erreichen. Dazu müssen alle Senioren, die bisher keinen Impftermin haben, aktiv angeschrieben werden. Außerdem muss die Kapazität der Impftermin-Hotline erhöht werden. Zudem müssen die Heim- und Hausbesuche der mobilen Impfteams ausgebaut sowie kostenlose Impftaxis angeboten werden. Ebenso muss schnellstmöglich die flächendeckende Impfung bei Hausärzten starten.
(Quelle)

Übrigens: Wo wir gerade bei den Testzentren sind: Sachsen sollte umgehend mit Berlin sprechen. Es muss sichergestellt werden, dass die Testzentren zu Pandemie-Zeiten nicht der “Gebührenordnung für Ärzte” unterworfen sind – und das muss wirklich schnell geschehen, damit solche Vorgänge ganz schnell abgestellt werden!

Die Quittung folgt

Die Leidtragenden sind nun Sachsens Bürger. Eklatante Versäumnisse der Staatsregierung, Tunnelblick im ‘Merkel-Style’ und mangelnder Blick über den Tellerrand. Die einzige ‘Weitsicht’ besteht darin, während des Zurücklehnens zu prognostizieren, dass die Sachsen in Kürze wieder die volle Breitseite der Einschränkungen ertragen ‘dürfen’ – weil der “Instrumentenkasten” nicht ausreicht. Diese Erkenntnis als ‘verantwortungsbewusste Prognose’ zu deklarieren ist eine Verzerrung – denn in Wirklichkeit ist es eine zwangsläufige Konsequenz der Untätigkeit.

Droht die Rebellion des Volkes?

Bereits jetzt halten sich viele Bürger nicht mehr an die Maßnahmen und Verordnungen, sie sind es leid und nicht mehr ‘zum Schultern’ bereit.

„Die Menschen haben die Kraft nicht mehr“

, so Kretschmer.

Gleichzeitig ist Michael Kretschmer aber «überzeugt», dass die Bereitschaft erneute Maßnahmenverschärfungen mitzutragen, steigen würde. Nun, das IKC ist sich relativ sicher, dass der Ministerpräsident hier einem gefährlichen Irrtum unterliegt! Das Gegenteil könnte eintreten … und dann droht ‘Unruhe im Staate’.

Die einzige Eindämmung, die aktuell stattfinden darf, ist hinsichtlich des Infektionsgeschehens – aber bitte mit viel Fingerspitzengefühl. Und ganz besonders: Tauschen Sie das grobe Werkzeug im “Instrumentenkasten” gegen präzises ‘Feinwerkzeug’ aus.

Dresden hat es bereits am 13. März erlebt – bei erneuten Einschränkungen ohne Lösungsansätze ist schlimmeres zu befürchten!

Titelleistenbild: photothek.net/Sächsische Staatskanzlei
(Fotograf: Thomas Imo)

Foto Torsten Herbst: © FDP / Karsten Prausse

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