Merkel ignoriert Experten Klaus Stöhr

Epidemiologe Klaus Stöhr wird konsequent missachtet

Ist der Epidemiologe Klaus Stöhr (ehemaliger Leiter des globalen Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation) der Kanzlerin zu kritisch? Diesen Eindruck teilen mittlerweile immer mehr Medien in ihrer Berichterstattung.

Klaus Stöhr findet deutliche Kritik zu den Plänen „Harter Lockdown“ der Bundesregierung. So nennt Klaus Stöhr den angepeilten Inzidenzwert von unter 50 schlichtweg „illusorisch“. In den Jahreszeiten Herbst und Winter seien niedrige Inzidenzen nicht zu erreichen – durch die Erkältungskrankheiten sei ein Infizierungsrisiko durchaus 10-15 Mal so hoch. Klaus Stöhr nennt die Ziele der Bundesregierung

„realitätsfern und demotivierend“

Kontaktbeschränkungen ja – mit positiven Aussichten

Kontaktbeschränkungen sind wichtig, daran lässt Stöhr keine Zweifel. „Ohne Kontaktreduzierung würde Deutschland in ein ähnliches Infektionsgeschehen schlittern wie Irland oder Großbritannien.“ Allerdings fehle ihm eine ‘Positiv-Agenda’, die ein erreichbares Ziel aufweist. Ferner betont Stöhr, dass eine Inzidenz von 130-150 realistisch wäre. Klaus Stöhr bemängelt schon länger, dass es keine langfristige Strategie gibt – man handelt auf ‘Sichtweite’.

Der „Traumwert von 50“ (IKC-Formulierung) ist Wunschdenken!

Erneute Bestätigung

Das IKC bemängelt schon länger diesen kopflosen Unfug, mit der ‘globalen Keule’ alles nieder zu knüppeln – der gezielte und präzise Eingriff fehlt. Das kurzsichtige Vorgehen kostet mittlerweile einen Nachtragshaushalt von ca. 500 Milliarden (!) Euro.

Impfzentren fahren aktuell runter, weil die Impfstofflieferanten nicht liefern können. Die Ursache darin liegt in der zögerlichen Bestellung der EU. Wenn im Herbst bereits ausreichend Dosen bestellt worden wären, wäre die Produktion deutlich hochgefahren worden – das boten Biontech/Pfizer von Beginn der Produktion an. Wichtig wäre es gewesen, bei mehreren Herstellern zu bestellen – nicht alles auf eine Karte (einen Hersteller) setzen.

Hinzu kommen die ‘Extrawürste’ der einzelnen Länder. Die Bürger sind verunsichert, es gibt keine klaren Linien. Eine Ausnahme jedoch gibt es: ‘Einheitlichen Impfstau’ in den Ländern durch das Versagen (Weitsicht/Planung) der Verantwortlichen in Berlin. Dort reagiert man aktuell auf das Tagesgeschehen und rennt ansonsten wie aufgescheuchte Eichhörnchen durch die Gänge des Gebäudes am Platz der Republik.

Inzidenz vs. R-Wert

Ist eigentlich noch keinem aufgefallen, dass die Reduzierung von Inzidenzwerten keinen Bestand hat? Die europäischen Nachbarländer haben das durchaus kurzfristig geschafft (Senkung der Inzidenz) – um dann kurze Zeit später wieder in die Höhe zu schnellen.

Was ist denn eigentlich mit dem damalig so “wichtigem” R-Wert (Reproduktionszahl)? Damals war es doch “so wichtig”, dass dieser unter -1- liegt. Zur Information: Wir liegen aktuell bei 0,95 – das bedeutet, dass ein Bundesbürger im Schnitt nur “fast” einen weiteren ansteckt. Es ist also klar, dass die hohe Infektionsrate auf anderem Wege zustande kommt.

(K)eine Frage der Honorare

Zur erneuten Betonung: Kontaktbeschränkungen sind wichtig – aber sie sind nicht die “Wunderwaffe”, sie sind nur ein Baustein eines Konstrukts zur Pandemiebekämpfung. Ganz oben auf der Liste muss “Brain 2.0” stehen – gefolgt von wirklich kompetenten Beratern und Experten. An den Honoraren zumindest kann es nicht liegen! Wenn eine Regierung bis Ende 2021 (inkl. der Entwicklung und monatliche Fixkosten) unfassliche 67,45 Millionen EUR für die ‘Corona-WarnApp’ ausgeben wird, dann dürfen Honorare für sinnvolle Berater kein Thema sein – das ist zumindest die Einschätzung des IKCs.

Nur weiter so: Panische Kurzschlussreaktionen, ignorantes und kurzsichtiges „Wir schaffen das“-Verhalten. Und am Ende haben wir eine Wirtschaft am Boden, containerweise Insolvenzen und die Ausgaben für Leistungen aus dem SGB-2 steigen explosionsartig an.

Die Krankenkassen müssen eh erhöhen und die Corona-Hilfspakete sind erschöpft, bevor sie überhaupt zur Auszahlung gelangen.

Die mittelfristig bevorstehende Rezession in Deutschland wird knackig. Aber das ist für die amtierende Regierung nicht so schlimm – die Pensions-Bezüge für Abgeordnete und Minister werden davon nicht betroffen sein, alles gut.

UPDATE: Mittlerweile schlägt nun auch NRWs Ministerpräsident Laschet in diese ‘Kerbe’ und schießt deutlich gegen die Pläne der Bundesregierung.

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