Kanzlerin Merkel blockt “Impfen für alle”

Letztes Update: 7. April 2021, 10:52

Kanzlerin Angela Merkel gegen die Impf-Öffnung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) fordert die Öffnung der Impfpriorisierung (wir berichteten). Wenn die Bundesregierung die aktuelle Impfpriorisierung aufrecht erhält, werden am Ende der Woche a. 2 Millionen Dosen des Vakzins von AstraZeneca ungenutzt ‘liegen bleiben’! Es ist mehr als verständlich, warum nicht nur Markus Söder die Aufhebung der Priorisierung fordert, sondern auch seine Kollegen aus Baden-Württemberg (Winfried Kretschmann (72, Grüne)), Hessen (Volker Bouffier (69, CDU)) sowie auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach und Sachsens MP Michael Kretschmer (45, CDU).

„Jeder Tag zählt“

sagt Markus Söder – und er hat so recht damit!

Markus Söder beantragte die Aufhebung der Impfpriorisierung sogar im Bundegesundheitsministerium – für gesamt Deutschland. Maßgeblich fuhren nun Angela Merkel und Jens Spahn dem bayrischen Ministerpräsidenten in die Parade und schmetterten die Forderung ab! Und es liegen weiterhin ca. 70 Prozent der Dosen ungenutzt in den Kühlschränken.

Die Kanzlerin bezieht sich noch immer auf die STIKO-Empfehlung, die ursprünglich den Impfstoff von AstraZeneca bis max. 65jährige empfiehlt. Unter diesem Argument lehnt die Kanzlerin die ‘Impf-Öffnung’ weiterhin strikt ab, so heißt es aus Regierungskreisen hinter vorgehaltener Hand.

Neue Auswertungen zeigen jedoch mittlerweile, dass der Impfstoff bei über 65jähringen durchaus extrem gut wirkt – sogar bei über 70jährigen. Dieses Argument der Kanzlerin wird sich in Kürze also ‘zerstäuben’ – dann muss Merkel Farbe bekennen.

Merkels Ablehnung zur Vorbild-Impfung

Aus gleichen Grund wie vorgenannt, lehnt die Kanzlerin auch weiterhin eine ‘Vorbild’-Impfung mit AstraZeneca ab, wie sie der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, vorgeschlagen hatte.

Merkel sitzt hier bald schon in einer unangenehmen Situation. Wenn die STIKO die Empfehlung überarbeitet, hat Angela Merkel keinen Grund mehr die Vorbild-Impfung abzulehnen. Sie wird der STIKO-Empfehlung folgen müssen, nur wird das die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht schlagartig steigen lassen. Demnach wird ein Großteil der gelieferten Dosen weiterhin unverimpft rumliegen – und dann ist das Thema “Impf-Öffnung” wieder aktueller denn je.

Vor diesem Hintergrund wird Angela Merkel in eine Zwangssituation geraten. Schlimmer noch: Wenn die STIKO-Empfehlung geändert wird und Merkel trotzdem keine Impfung an sich selbst vornehmen lässt, ist das durchaus als ein direkter Misstrauensausdruck dem Vakzin von AstraZeneca gegenüber zu deuten. Allerdings kann sie die Weigerung der Impf-Öffnung eben nur dadurch bekräftigen, sich nicht selbst impfen zu lassen – “ein Teufelskreis”, wie TV-Kaiser immer zu sagen pflegte.

Länder im Alleingang?

Egal, wie sich Merkel künftig reagieren wird – die Wahrscheinlichkeit, dass einige Länderchefs die Kanzlerin übergehen werden, rückt näher. Bayern und Sachsen haben aktuell einen Schulterschluss beschlossen. Michael Kretschmer betont ausdrücklich die Forderung nach einer schnellen Impfreihenfolge in den ‘Hotspots’. Und Sachsens Kultus Christian Piwarz (45, CDU) setzt sich aktuell für eine «Erweiterung der Impfmöglichkeit auf alle Lehrkräfte und das gesamte Personal an allen Schulen ein».

Viele Bundesländer rücken bereits jetzt schon von der Merkel’schen “Inzidenz -35-” ab. Das Thema Schulöffnung wurde durch Sachsen vorgemacht – einige Länder folgten dem Schritt. Der Rückhalt für Merkel schwindet spürbar – und das aus den Reihen der eigenen Partei. Die Wirtschaft muss hochgefahren werden, das betont sogar der sonst eher ruhigere Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU). Und Altmaier wird dabei mittlerweile auch recht deutlich in Richtung Angela Merkel.

Der kommende Gipfel am Mittwoch könnte durchaus den Untertitel “The Roast” erhalten – es wird heiß auf Merkels Stuhl werden! Und wenn sie ihren Länderchefs künftig nicht deutlich mehr entgegen kommt, wird sie in Zukunft in den Ländern möglicherweise öfter mal überhört werden. Denn immerhin gehen sämtliche Umfragewerte zurück – zu Zeiten der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg (14. März 2021), 6. Juni in Sachsen-Anhalt und am 26. September in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen dürfte das als durchaus ‘schädlich’ einzustufen sein.

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