Letztes Update: 3. Mai 2021, 18:45

Maskenattest kann zur Arbeitsunfähigkeit führen

Ein Verwaltungsmitarbeiter des Rathauses Köln wollte der Dienstanweisung des Arbeitgebers zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht folgen. Dazu legte der Arbeitnehmer seinem Chef zwei Atteste vor, die ihn von der Maskenpflicht befreiten. Die Befreiung galt für Masken selbst, als auch für “Gesichtsvisieren jeglicher Art”.

Arbeitgeber sah Infektionsgefahr

Der Arbeitgeber sah in dem Maskenattest des Mitarbeiters eine hohe Gefahr Infektionsgefahr für die übrigen Mitarbeiter als auch für den ‘befreiten’ Arbeitnehmer und sprach ein Beschäftigungsverbot aus! Dagegen klagte der Arbeitnehmer – und verlor!

Auch das Angebot, im Home-Office zu arbeiten, musste der Arbeitgeber nicht akzeptieren. Durch die Maskenbefreiung mittels ‘Maskenattest’ war der Arbeitnehmer faktisch “arbeitsunfähig”, befand das Gericht. Die Anordnung der Maskenpflicht sei außerdem durch das Direktionsrecht gedeckt: „Auch aus § 2 Abs. 5 Nr. 3 der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung vom 21.01.2021 (i.d.F. vom 11.3.2021) ergebe sich die Verpflichtung des Arbeitgebers, zum größtmöglichen Schutz der Beschäftigten die Maskenpflicht anzuordnen.

Das Urteil des LAG Kölns bestätigte damit ein vorangegangenes Urteil des Arbeitsgerichts Siegburg.

Fazit:

Vorweg: Wir unterstellen im vorliegenden Fall keinen “Maskenverweigerer” – es sei aber betont, dass es durchaus ‘Maskenmuffels’ gibt, die so der Maskenpflicht entgehen wollen. Damit gefährden sie sich selbst, die Kollegen und auch einen möglichen bei Kundenverkehr.

Diesem “Arbeitsantritt durch die Hintertür” hat das LAG Köln nun einen Riegel vorgeschoben.

(Az.: 2 SaGa 1/21)

Das Urteil im Volltext (Pressemitteilung).

Titelleistenbild: Bild von Inactive_account_ID_249Pixabay

(ikc)

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