Letztes Update: 19. Mai 2021, 09:58

Erneute und deutliche Kritik am starren Inzidenzwert …

Inzidenzwert nicht mehr maßgeblich

Es gibt erneut Kritik an der Inzidenz als alleiniger Maßstab (wir haben mehrfach dazu berichtet).

Dietrich Rothenbacher von der Universität Ulm ist Epidemiologe bescheinigt der “Sieben-Tage-Inzidenz” ebenfalls eine nur “sehr grobe Ausrichtung”. Der pure Zahlenwert spiegelt nicht den Anteil der geimpften Bevölkerungsgruppe wieder! Bei steigender Impfquote sinkt nicht nur die Gefahr für schwere Krankheitsverläufe und Sterbefälle, sondern auch die Verbreitung des Virus’. Die nun “starre” Inzidenz, spiegelt jedoch ein verzerrtes Bild wider – hier werden die Neuinfektionen nur noch altersspezifisch dargestellt.

Dezidierte Fallzahlenermittlung

Rothenbacher präferiert deutlich eine detailliertere Ermittlung der Inzidenz. Die Berücksichtigung von regionalen Fallzahlen, gekoppelt an Altersgruppen sind für den Epidemiologen genauso wichtig, wie der Anteil an positiven Tests an der Gesamtzahl der Testungen (Anm.: Das RKI erfasst diese Zahlen). Des Weiteren ist auch die Belegung der Intensivbetten nach Alter ein wichtiger Indikator.

Im Grunde sind die Forderungen nicht wirklich neu. Der Einfluss weiterer Werte Ermittlung des Infektionsgeschehens wird nicht nur lange schon gefordert, sondern ist epidemiologisch sogar unabdingbar! Der “Inzidenzwert”, wie ihn die Politik verkauft, ist schlicht ein unbrauchbarer Zahlenwert, der lediglich die Anzahl an positiven Corona-Tests aufzeigt. Diese Thematik hat das IKC zuletzt hier behandelt.

Verfassungsbeschwerde bereits anhängig

Der starre und sinnlose “Inzidenzwertfetischismus” ist bereits Klaggegenstand am Bundesverfassungsgericht! Staatsrechts-Experte Prof. Dietrich Murswiek (72, Uni Freiburg) hat bereits am 22.04.2021 eine entsprechende Verfassungsbeschwerde (liegt dem IKC vor) am BVerfG eingereicht. In dieser begründet Murswiek ab Seite 30 bis 33 ausführlich den Unsinn der “starren Inzidenz”.

Einen wichtigen Punkt der Verzerrung des Wertes führt Murswiek wie folgt an:

„Die wirkliche Inzidenz, nämlich die Zahl der Neuerkrankten innerhalb der Bevölkerung, könnte man nur durch repräsentative Tests abschätzen. Solche Tests werden aber in Deutschland nicht durchgeführt. Das RKI stützt sich auf Zahlen, die von nicht-repräsentativen Umständen abhängen. Wenn beispielsweise Reiserückkehrer aus Risikoländern bei ihrer Rückkehr getestet werden, findet man dort mehr positive Ergebnisse als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Überholt und rechtswidrig

Der deutlich ungeeignete starre Inzidenzwert gerät immer mehr zur Farce! Es spricht Bände, wenn die Bundesregierung im ‘contra rationem-Spasmus’ an einem völlig sinnlosen Wert festhält, nur um womöglich verfassungswidrige Maßnahmen zu installieren (“Notbremse”) und zu erhalten.

Es wird langsam Zeit, dass das BVerfG hierzu seine Rechtsauffassung mitteilt – denn es werden noch immer Grundrechtseinschränkungen anhand eines Wertes vorgenommen, der nur eines deutlich aufzeigt: Gefährliche Unwissenheit und Unbelehrbarkeit derjenigen, die dem Inzidenzwert schon förmlich einen “promissorischen Eid” geschworen haben!

Titelleistenbild: Mystic Art Design / Pixabay

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