Letztes Update: 23. Mai 2021, 08:51

Für einen ‘unbeschwerten Sommer’

Kündigt hier Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) weiterhin Einschränkungen “durch die Blume” an?

Zwar stellt Jens Spahn “weitreichende Öffnungen” im Sommer in Aussicht, koppelt diese aber an die starre Inzidenz von 20.

„Für einen unbeschwerten Sommer müssen wir die Inzidenz weiter senken. Im vergangenen Sommer lag sie unter 20. Das sollten wir wieder anstreben“

, sagte Spahn der „Bild am Sonntag“.

Spahn im ‘Ausfallschritt’

Was hierbei verwundert: Zum einen entscheiden die Länder bei einer Inzidenz unter 100 selbstständig die weiteren Schutzmaßnahmen, zum anderen ist im Infektionsschutzgesetz eine “Inzidenz 20” überhaupt nicht vorhanden – hier fehlt womöglich die gesetzliche Grundlage.

Der Umstand, dass wir 2020 einen solchen Wert erreicht haben, kann diesen nicht ein Jahr später erneut zum ‘Vater der Maßnahmen’ bestimmen – zwischenzeitlich haben wir völlig veränderte Bedingungen und (vor allem) Impfquoten!

Der ‘isolierte’ Inzidenzwert hat keinerlei Bedeutung mehr für das Infektionsgeschehen. Der pure Zahlenwert spiegelt nicht den Anteil der geimpften Bevölkerungsgruppe wieder! Bei steigender Impfquote sinkt nicht nur die Gefahr für schwere Krankheitsverläufe und Sterbefälle, sondern auch die Verbreitung des Virus’. Die nun “starre” Inzidenz, spiegelt jedoch ein verzerrtes Bild wider – hier werden die Neuinfektionen nur noch altersspezifisch dargestellt. Siehe dazu unseren ausführlicheren Artikel .

Spahn warnt vor “Migrantenreisen”

Jens Spahn warnte ausdrücklich vor Familienbesuche von Migranten in ihren Heimatländern! Dies könne die Zahl der Corona-Infektionen erneut nach oben treiben. Im letzten Sommer haben „Auslandsreisen, häufig Verwandtschaftsbesuche in der Türkei und auf dem Balkan, phasenweise rund 50 Prozent der Neuinfektionen bei uns ausgelöst“. So will Spahn z. B. „frühzeitig Vereinbarungen etwa mit der Türkei über Tests bei der Ein- und Ausreise abschließen. Und eine Testpflicht müsse –wie bereits im letzten Jahr– von den Bundesländern an der Grenze kontrolliert werden.“

Kultur soll stattfinden

Bei kulturellen Veranstaltungen zeigt sich Spahn zuversichtlich. So sollen beispielsweise Konzerte in nicht voll besetzten Stadien oder Parks mit Tests- und Abstandsregelungen „aus heutiger Perspektive“ möglich werden. Ebenfalls positiv sieht Spahn den Start der neuen Saison der Fußball-Bundesliga mit Publikum.

Jens Spahn mag ein löbliches Ziel vor Augen haben. Allerdings sollte er nicht im Nachhinein versuchen, den Ländern erneut in die Kompetenz zu grätschen. Unter der Inzidenz von 100 ist die “Bundesnotbremse” außer Kraft, das wurde ausdrücklich von Bund und Ländern vereinbart – und Jens Spahn stimmte dem ebenfalls zu! Wenn er nun versucht, hier eigenständig ‘nachzujustieren’, wird ihm ein rauer Wind um die Ohren pfeiffen.

Titelleistenbild: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

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