Jens Spahn: „Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft“

Letztes Update: 4. April 2021, 10:03

Nur eine “Ankündigung”?

Jens Spahn in der BILD am Sonntag:

„Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssen nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne“.

Das klingt gut, aber …

Das Vertrauen in die Ankündigungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) sind in der Vergangenheit leider nicht immer mit dem Prädikat »Zuverlässig« versehen gewesen. Dafür ist bereits zu viel schief gelaufen und auch im Nachgang kassiert worden.

Es wäre nun katastrophal, wenn sich eine solche ‘gewichtige’ Ankündigung als unfreiwilliges “Easter Egg” herausstellt – weil “Mutti” wieder dazwischen grätscht. Allerdings ist davon eher nicht auszugehen, da der Bericht bereits an die Länder versendet wurde – immerhin hat die Ministerpräsidentenkonferenz das RKI explizit um die Analyse gebeten.

Hoffnung ist angebracht

Der Bericht des RKIs klingt dennoch hoffnungsvoll:

»Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.«

Einer solchen Grundlage kann sich auch eine Kanzlerin nicht versperren, auch wenn sie am liebsten ganz Deutschland dicht machen würde – die ‘Erfolgsaussicht’ ist allerdings fraglich.

MPK gab Analyse in Auftrag

Wie oben bereits erwähnt, hatte die MPK eine solche Analyse beim RKI beauftragt. Das überrascht, denn es zeigt sich, dass hier nun offensichtlich doch der “Impfanreiz” erhöht werden soll! »Wer geimpft ist, bekommt mehr Freiheiten!«. Bislang wollte die Kanzlerin zumindest diese Entscheidung der Wirtschaft überlassen und sich nicht auf Bundesebene einmischen. Die Analyse des RKIs ist der Wirtschaft durchaus dienlich, insbesondere, wenn Jens Spahn und sein Ressort ‘grünes Licht’ signalisieren.

Der Zeitpunkt ist entscheidend

Die Gefahr der “Zwei-Klassen-Impfgesellschaft” sollte bisher immer vermieden werden. Allerdings koppelt Spahn nun auch die ‘neuen Freiheiten’ an den Umstand, dass »alle die Chance zur Impfung haben«. Wenn also der Weg zur Impfung für jeden Bürger frei ist, hat es eben auch der Bürger selbst in der Hand – so zumindest der Grundgedanke von Jens Spahn.

Wir sind gespannt!

Titelleistenbild: DBT / Simone M. Neumann

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