Jens Spahn – Einfach nur ‘ungeschickt’?

Jens Spahn und die Fettnäpfchen

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) bekleckert sich nun wirklich nicht mit Ruhm und stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste. Erst letzte Woche wurde dann auch noch bekannt, dass Spahn Journalisten überprüfen ließ, die sich im Grundbuchamt nach seinen Immobilien erkundigten! Spahn verlangte ausdrücklich die Namen der Journalisten – „Beides geht nicht“, so der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands Frank Überall.

Rückpfiff von Merkel

Die ‘Schnelltest-Klatsche’ von Merkel, immer wieder interne ‘Rückpfiffe’ bis hin zum knallharten ‘Abprallen’ an der Kanzlerin – all das begleitet den Minister in den letzten Wochen. So fragte Spahn am 24. Februar beim unionsinternen Kabinetts-Frühstück die Kanzlerin, was er denn « heute zum Schnelltest-Start sagen soll». Die Kanzlerin ließ ihn eiskalt auflaufen: „Da gibt es keine Entscheidung, das besprechen wir bei der Ministerpräsidentenkonferenz!(Anm. IKC: Diese ist erst am 03. März …) – RUMMS! Der harte Kurs von Angela Merkel fällt sogar Politkollegen auf. Möglicherweise erklärt sich die Haltung von Merkel in der Vergangenheit?

Der “Merkel-Kritiker”

Immerhin begann Spahns Popularität 2015, als er die Kanzlerin öffentlich für ihre Flüchtlingspolitik kritisierte. Sein Buch „Ins Offene: Deutschland, Europa und die Flüchtlinge“ war mit Sicherheit auch nicht Merkels geliebte Abendlektüre. Unvergessen auch Spahns Aussage am 12. Februar 2020 zur Pandemie, mit der er die Lage als „zurzeit irreale Vorstellung“ abstempelte – obwohl die WHO bereits am 30. Januar 2020 eine internationale Gesundheitsnotlage ausrief.

Manchmal hat man das Gefühl, Merkel schleift ihn mit aller Kraft mit … – wie einst Helmut Kohl die junge Angela Merkel (“Kohls Mädchen”) ‘mitnahm’ – bis sie ihm 1999 in den Rücken fiel. Kohl hatte ihr diesen “Verrat” nie verziehen …

Der ‘andere’ Jens Spahn

Wenn es um Jens Spahns Privatumfeld geht, wird er schnell sehr rigoros. Sein Outing hat er lediglich einmal thematisiert – und deutlich klargestellt, dass es auch bei dem einzigen Mal bleiben wird. Und dann kamen die Nachfragen zu Spahns Immobilien – da wurde Spahn richtig “giftig”. Spahn kaufte damalig eine Wohnung in Berlin-Schöneberg, die dem ehemaligen Pharma-Manager Markus Leyck Dieken gehörte. Aufmerksamkeit erlangte der Kauf, als Spahn dann den Manager Dieken später mit der Position des Geschäftsführers der Gematik GmbH versah.

Darüber hinaus hält der Bund mehr als 50 Prozent an der Gematik GmbH. Allerdings wird betont, dass Spahn die Wohnung bereits sieben Monate vor der Abberufung zum Gesundheitsminister kaufte. Auch der Bund habe sich an der Firma Gematik erst ein Jahr später beteiligt, bevor Dieken im Juli 2019 zum Geschäftsführer berufen wurde. Ein weiterer ‘Reizpunkt’ ist sicherlich der Vorgang zur “Dahlem-Villa“.

Wann immer in den privaten Finanzen und Vermögensverhältnissen von Jens Spahn gewühlt wird, geht bei Jens Spahn schlagartig die “DEFCON“-Stufe runter.

Und nun auch noch Corona-Skandal

Jüngst wurde bekannt, dass Jens Spahn einen Tag vor seiner Corona-Erkrankung (20. Oktober 2020) zu einem “Privatessen” eingeladen war. Dort waren rund “ein Dutzend” Gäste anwesend – und die (MNS-)Masken fielen wohl recht schnell. So soll Spahn lediglich für ein Erinnerungsfoto die Maske wieder aufgesetzt haben.

Das ‘Privatessen’ war ein Spenden-Essen in Leipzig-Plagwitz auf Einladung seine Freundes Peter Zimmermann (ehem. Regierungssprecher in Thüringen und Sachsen). Die BILD berichtet, dass der Gastgeber Zimmermann im Vorfeld explizit aufforderte, an dem Abend 9.999 EUR zu spenden – für Spahns Bundestagswahlkampf 2021 in dessen Wahlkreis im Münsterland. Wem die Summe “krumm” vorkommt: Spendernamen müssen in Parteiberichten erst ab einer Spendensumme von 10.000 Euro veröffentlicht werden!

Einen Tag später erhielt Spahn seinen positiven Covid-19-Test. Besonders brisant dazu auch Spahns Restaurantbesuch am 18. Oktober im “Ponte”.

Abschließend kann man nur noch feststellen, dass Jens Spahn offensichtlich wie ein Magnet auf “unglückliche Umstände” und “missverständliche Vorgänge” wirkt – oder?

Titelleistenbild: © BMG

(ikc)

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