Ist TELEGRAM wirklich ‘unsicher’?

Vorwort

TELEGRAM und SIGNAL verzeichnen eine regelrechte Völker-Zuwanderung, seit WhatsApp die Änderung seiner Nutzungsdaten bekanntgab. Die beiden Messenger werden hier ganz vorne genannt. Auch THREEMA ist eine Alternative, leider jedoch nicht kostenlos, was für viele User eine Hürde darstellt. SIGNAL ist dabei zweifelsfrei einer der sichersten Messenger.

Wir beziehen uns hier nun gezielt auf die Berichte einige Medien, die von TELEGRAM abraten.

Am Thema vorbei
Fact 1:

Man liest in der jüngsten Vergangenheit, dass TELEGRAM keine gute Alternative sei, weil die Chats nicht von Hause aus verschlüsselt sind. Dies ist bereits der erste Fehler in den Artikeln. Selbstverständlich sind auch die ‘normalen’ Chats verschlüsselt. Allerdings mit einem ‘proprietären Protokoll’ – das bedeutet, dass nur die Entwickler den Code kennen. Und weil dadurch außenstehende Sicherheitsforscher diesen nicht einsehen können, unterstellt man dem Messenger gerne Intransparenz. Mit ‘Unsicherheit’ hat das jedoch nichts zu tun!

Sicherlich kann man sich trotzdem fragen, warum die ‘harte’ End-to-End-Verschlüsselung nur in ‘Geheimen Chats’ zum Tragen kommt? Ganz einfach: Weil es damalig bei TELEGRAM ein Feature war. Die ‘normalen’ Chats sind für den Tagesgebrauch verschlüsselt, die ‘Geheimen Chats’ bieten hohe Sicherheit.

Fact 2:

TELEGRAM kann permanent mitlesen, da die Eingaben bereits auf den Servern (Cloud) gespeichert werden.
Das ist korrekt, hat aber mit ‘Schnüffeltüren’ absolut nichts zu tun. Vielmehr geht es darum, die Eingaben zu speichern, um die parallele Verfügbarkeit sicherzustellen. Denn die App lässt sich parallel auf den Handy (auch ‘Zweithandy’), dem PC und auch dem Tablet betreiben. Tippt man nun eine Nachricht am Handy ein und wird unterbrochen, kann man später auch das Tablet oder den PC zum weiterschreiben nutzen, da diese permanent über die Cloud synchronisiert werden – das ist der wahre Hintergrund. Im Übrigen dient die Cloud ebenfalls dazu, den gesamten Inhalt von TELEGRAM bei einem Handywechsel nahtlos zur Verfügung zu stellen, man braucht vorher keinen Export durchführen. Neues Handy installieren, App drauf und fertig – alle Daten wieder vorhanden.

Fact 3:

Keiner weiß, wo die Server stehen.
Korrekt! Aber eines ist sicher: Sie stehen nicht im Zugriff der USA und schon gar nicht von Russland. Der Gründer und Entwickler Pawel Durow (Mitgründer von VK.com) verließ 2014 Russland und ging ins Exil – man vermutet ihn in Dubai. Der Vorwurf, dass rechtsextreme Gruppierungen verstärkt TELEGRAM nutzen ist korrekt – allerdings muss man sich bei dem Thema “Sicherheit” nach dem ‘WARUM’ fragen. Eben weil TELEGRAM nicht seine Daten offen legt und de Server nicht durch die Behörden einsehbar sind.

Von Äpfeln und Birnen

Es ist also schon sehr “sportlich”, wenn einige Medien die vorgenannten ‘Unsicherheiten’ heranziehen, um TELEGRAM im Vergleich zu WhatsApp zu diskreditieren. Hinsichtlich WhatsApp geht es um ein ganz anderes Thema: Es geht um die Verwertung der Userdaten!

WhatsApp überträgt das gesamte Telefonbuch und diverse weitere Daten zu Facebook. Diese Daten werden für Werbung und Marketing genutzt. Das Problem dabei ist, dass man nicht einmal bei WhatsApp User sein muss! Es reicht, wenn ein Bekannter die Nummer und weitere Daten (Anschrift, Email etc.) im Telefonbuch hat. Denn damit überträgt er auch fremde Daten an Facebook – ein Umstand, der seit längerer Zeit stark in der Kritik von Datenschützern steht! All diese Werbe-Praktiken finden bei TELEGRAM nicht statt. TELEGRAM ist ein “Non-Profit”-Unternehmen und verschleudert keine Userdaten an zahlende Kommerz-Kunden, so einfach ist das.

Und nun kann jeder selbst entscheiden, welchen ‘Informationsgehalt’ solche Berichte haben, die TELEGRAM mit WhatsApp vergleichen.

Titelleistenbild: IKC


Messenger im Netz: SIGNAL | TELEGRAM

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