Inzidenzwerte: Ostern beweist Zahlenunfug!

Letztes Update: 9. April 2021, 18:00

Starrer Inzidenzwert

So langsam, aber noch immer nicht schnell genug, scheint es auch in den oberen Polit-Rängen durchzudrängen, dass der ‘starre Inzidenzwert‘, wie die Kanzlerin ihn monatelang –gegen jede Wissenschaft– falsch zeichnete, grober Unfug ist!

Der “I-Wert” spiegelt das wahre Infektionsgeschehen völlig verzerrt wieder (wir berichteten bereits) – und die aktuellen Osterferien zeigen es auf eindrucksvolle Art und Weise.

Wenige Tests = niedrige Inzidenz

Es wurde immer wieder betont, dass eine niedrige Testquote eben auch zu niedriger Inzidenz führt, was ja völlig klar ist. Wenn sich (beispielsweise) 1.000 Menschen testen lassen und nur 10 positiv sind, ist das eine ganz andere Quote als bei einer höheren Testfrequenz, die 250 Positivfälle (von 1.000) Getesteten aufweist.

Bereits im letzten Jahr wurde immer wieder aus den Wissenschaftsreihen betont, dass die Dunkelziffer der Infektionsfälle mit Sicherheit »deutlich« höher liegt, als angenommen! Der R-Wert (Reproduktionszahl) ist hier ebenfalls von den erfassten Infektionsfällen abhängig – auch hier droht also eine Verwässerung in Ermangelung der Testquote.

Und nun?

Was bleibt nun zur Wiedergabe der Situation verlässlich übrig? Antwort: Die Situation in den Krankenhäusern! Wenn die Inzidenz sinkt und auch der R-Wert unter -1- fällt, aber gleichzeitig die Auslastung der Krankenhäuser steigt, ist eines zumindest klar: Das Infektionsgeschehen sinkt keineswegs – trotz sinkender I-Werte!

Es zeigt sich nun also mehr als deutlich, dass das Infektionsschutzgesetz hinsichtlich §28 und §28a dringend nachgebessert werden muss! Die Koppelung des Inzidenzwertes von Einschränkungen/Aufhebungen an Maßnahmen ist aktuell lediglich bei den Punkten 9-11 vorgesehen – das ist grob fahrlässig! So wird z. B. die Nr. 3 „Ausgangs- oder Kontaktbeschränkungen im privaten sowie im öffentlichen Raum“ an der reinen Inzidenz fest gemacht. Wenn die Auslastung der Krankenhausbetten allerdings ausbleibt und sich diese Menschen anhand eines PCR-Tests in Quarantäne begeben, ist eine regionale Einschränkung kaum nachvollziehbar – da die ‘Absonderung’ der Infektionsfälle bereits erfolgt ist. 

Infektionstreiber

Unter der Feriensituation zeigt sich ebenfalls deutlich, dass die ‘Infektionstreiber’ die Mobilität (ÖPNV), Arbeitsstätten ohne Home-Office-Angebote und eben Schulen sind! Die Zahlen in den Altersgruppen (z. B. Sachsen) stützen das ebenfalls.

Ferner ist der Inzidenzwert anhand der Testergebnisse immer verzögert – die Gesundheitsämter melden eben nicht “Just in Time” an das RKI, es erfolgt mit mehreren Tagen Versatz. Steigt also eine Inzidenz aufgrund der verwerteten Testergebnisse, befinden sich diese Personen meist bereits schon in Quarantäne!

Infektionsschutzgesetz vs. Verhältnismäßigkeit

Das Infektionsschutzgesetz hat primär nicht die Gesundheit der Bürger im Fokus – das ist ein Irrglaube! Es geht einzig und allein um die Entlastung des Gesundheitssystems – und wenn die Bettensituation das nicht widerspiegelt, trotz hoher Inzidenz, dann sind globale Einschränkungen kaum “verhältnismäßig”.

Und bei einer nun endlich stetig steigender Impfquote, verzerren sich die Zahlen weiter. Denn die Erst-Impfung wird zwar nicht unbedingt einen Infektionsschutz herstellen, aber für bereits deutlich mildere Krankheitsverläufe sorgen – und somit zur Entlastung der Krankenhausbetten beisteuern..

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