Impfreihenfolge – Wenn Länder sinnvoll abweichen

Impfreihenfolge –Aktuelle Situation erfordert Maßnahmen

Grundsätzlich ist die Thematik der “Impfvordrängler” ein ‘heißes Eisen’. Wenn sich also Führungskräfte und/oder Staatsdiener unerlaubt und gegen die Impfreihenfolge in die erste Reihe stellen, ist das zu verurteilen und auch mit entsprechenden Konsequenzen zu ahnden. Was aber, wenn Impfstoff und Termine wirklich vakant sind?

Zügiges Durchimpfen hat Vorrang

Eines ist klar, es darf zu keinem “Impfstau” kommen – das verzögert den gesamten Zeitplan und Deutschland hängt eh deutlich hinterher! Wenn also (z. B.) eine Gruppe der Kategorie -1- aktuell und gem. Impfverordnung zur Impfung vorgesehen ist, könnte dann eine geringe Impfbeteiligung in dieser Gruppe den gesamten Ablauf ins Stocken bringen – zumindest, wenn man starr an der Impfreihenfolge festhält. Für solche Fälle gibt es aber tatsächlich eine Regelung in der Impfverordnung, dass dann die nächste priorisierte Gruppe oder Personen an die Stelle tritt.

Brandenburg will es nun vormachen

Das Gesundheitsministerium in Brandenburg hat nun das Innenministerium darüber informiert, dass unerwartet viel Impfstoff von AstraZeneca zur Verfügung steht (warum, siehe hier). Aus diesem Grund soll nun die nächste Prio-Gruppe nachrücken, so Martin Burmeister, Sprecher des Innenministeriums.

Es geht nun hier speziell um ca. 1.000 Polizisten, die auch auf Anti-Corona-Demos im Einsatz sind. Es ist also vernünftig und auch sinnvoll, dass man die ernsthaft freien Ressourcen dahingehend verwendet, um die zügige Impfung voranzubringen. Im Übrigen wird betont, dass dieses Vorgehen auch nicht gegen die Impfreihenfolge verstößt. Dazu sagt die Impfverordnung in §1, Nummer 4, Abs. 2 (Seite 2):

Von der Reihenfolge nach Satz 1 kann in Einzelfällen abgewichen werden, wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen, insbesondere bei einem Wechsel von einer der in Satz 1 genannten Gruppen zur nächsten, und zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig ist.

(Die Betonung liegt hier auf “notwendig”. Wir betonen das vorsorglich mit Blick nach Halle …)

Das IKC sagt: Das ist vernünftig. Sich eben nicht heimlich unter einem Lügenkonstrukt die Impfung ‘erschleichen’, sondern transparent kommunizieren und offen das Vorhaben darlegen. Andere Bundesländer sollten dem Beispiel folgen!

Der Fairness Halber sei gesagt, dass Sachsen es gerade auch plant – hier sind die Erzieher und Lehrer im Fokus (wir berichteten).

Symbolfoto/Titelleistenbild: Michael Gaida auf Pixabay

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