Letztes Update: 28. Mai 2021, 18:20

Kinderimpfen … Ja oder Nein?

EMA erteilt Zulassung

Wie erwartet, hat die EMA den Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Kinder ab 12 Jahre zugelassen. Die STIKO hingegen hat noch keine Empfehlung zum “Kinderimpfen” rausgegeben – und das kann auch noch ein wenig (ca. 14 Tage) dauern. Es wird aber erwartet, dass die STIKO keine ‘generelle’ Empfehlung geben wird, ausgenommen Kinder mit schweren Vorerkrankungen. Hintergrund ist, dass eine Impfung bei Kindern recht starke Nebenwirkungen hervorrufen kann – das Verhältnis der Nebenwirkungen steht nicht in Relation zum Nutzen.

Bei Kindern sind die Krankheitsverläufe meist relativ ‘harmlos’ und verhalten sich meist wie eine leichte Grippe, bzw. schwere Erkältung. Laut einer australischen Studie sind Kinder aufgrund ihre angeborenen Immunsystems, welches das Virus schnell angreift, vor schweren Verläufen bei COVID-19 geschützt.

“Kinder stecken sich weniger häufig mit dem Virus an und bis zu einem Drittel sind asymptomatisch, im Gegensatz zu anderen Atemwegsviren, mit denen sich Kinder häufig infizieren und daran auch schwerer erkranken können “, sagte Dr. Melanie Neeland vom Murdoch Children’s Research Institute (MCRI).

Politik sagt “Ja”

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) plädiert hingegen deutlich für ‘Kinderimpfen’. Spahn wartet dabei auch nicht auf die STIKO-Empfehlung! Laut Infektionsschutzgesetz ist das durchaus möglich – die ‘Empfehlung’ ist keine Voraussetzung.

Wo werden Kinder geimpft?

Es wird keine extra “Impfkampagne” zum Kinderimpfen geben. Das Impfangebot wird über Impfzentren und Hausarztpraxen laufen – auch im Rahmen einer ‘Familienimpfung’. Allerdings ist das abhängig von der Verfügbarkeit der Impfstoffe. Denn es werden keine zusätzlichen Impfdosen für die nun erweiterten Impfberechtigten zur Verfügung stehen!

Das könnte sogar zu einem Problem werden, da BioNTech und auch Johnson & Johnson kürzlich Lieferverzögerungen ankündigten. Statt der zugesagten 5,1 Millionen Dosen pro Woche im Juni, liefert BioNTech nun in KW 23 nur knapp 4,6 Millionen Dosen und in KW 24 sogar nur rund 4 Millionen. In KW 25 und 26 stockt BioNTech aber auf und liefert ca. 6 Millionen Dosen pro Woche. Die Engpässe kommen äußerst ungünstig! Zum einen wird zum 07. Juni die Impfpriorisierung aufgehoben und zum anderen stehen viele Zweitimpfungen an! Termine für Erstimpfungen und das Kinderimpfen mit BioNTech dürften demnach im Juni schwer zu realisieren sein.

Keine Impfpflicht

Achtung! Ärzte sind nicht verpflichtet Kinder zu impfen – auch wenn das Kind es ausdrücklich wünscht! Das liegt einzig im Ermessen des Arztes – insbesondere kann sich der Arzt auf die fehlende STIKO-Empfehlung berufen (sollte diese bis dahin nicht vorliegen).

Falls zum Zeitpunkt der Impfung doch die “generelle” Empfehlung (ohne Einschränkungen) der STIKO vorliegt, würde auch eine ‘Staatshaftung’ greifen. In diesem Fall entstehen bei Impfschäden sogenannte “Entschädigungsansprüche” gegen den Staat. Allerdings ist auch genau dies ein Grund, warum die STIKO hier sehr genau hingucken wird.

Titelleistenbild: Myriams-Fotos / Pixabay


Siehe dazu auch unseren gestrigen Bericht:

Kinderimpfen: Ja | Nein?

 

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