Impftermine über Eventim in Schleswig-Holstein

Letztes Update: 31. Januar 2021, 16:26

Impftermin über Ticket-Händler

Das ist eine gute Sache! Die Online-Ticket-Händler haben zu Zeiten der Pandemie erfahrungsgemäß kaum Auslastung. Da bietet es sich doch an, etwas ‘andere’ Termine zur Buchung anzubieten – und da sind Impftermine natürlich die erste Wahl! So bietet Eventim nun die Impfterminvergabe in Schleswig-Holstein an. Das Gesundheitsministerium zumindest bescheinigt Eventim bereits positive Erfahrungen.

Hintergrund dieser cleveren Idee ist, dass in Schleswig-Holstein die Termine nicht zentral über die Kassenärztliche Vereinigung (‘KV digital’) vergeben werden. Bereits in Bremen habe Eventim diesbezüglich schon gute Erfahrung sammeln können, so ein ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kiel der Deutschen Presse-Agentur gegenüber.

Achtung: Aktuell vergibt SH über Eventim keine Termine, da die Impfstoffversorgung nicht ausreichend geklärt ist. Sobald hier Sicherheit besteht, wird die Buchung über Eventim wieder möglich sein.

Auch hohe Auslastungen möglich

Wir alles wissen ja, was passiert, wenn Impfportale im ‘Schnellverfahren’ hochgezogen werden – die IT-Struktur hält dem Ansturm nicht statt. Wir müssen uns natürlich schon fragen, was die Administratoren denn erwartet haben …

Auch Hamburg hatte kürzlich mit Schwierigkeiten zu kämpfen, als die ersten 20.000 Online-Termine vergeben werden sollten – das System der Kassenärztlichen Vereinigung wies deutlich technische Defizite auf. Eine erfahrenem Online-Portal passiert das nicht – immerhin ist das System sogar den Anstürmen zu Zeiten der Fußball-WM oder der ‘Kaisermania’ gewachsen.

Hohe Zielsetzung in Schleswig-Holstein

Bis zum Ende des Sommers will man in SH ca. 3,4 Millionen Impftermine vergeben, das ist eine hohe logistische Aufgabe. Bei Eventim wurden nun innerhalb einer (!) Minute mehr als 4.000 Termine “im Warenkorb” – da wäre das System in Sachsen wahrscheinlich ‘zerbröselt’ (sagen wir vom IKC).

„Die Terminvergabe sei von der Abwicklung her tatsächlich nicht so sehr viel anders als Großevents“,

(Alexander Ruoff, Eventims Chief Operating Officer, ggü. dpa)

Mittlerweile kommen sogar schon Anfragen aus aus anderen europäischen Ländern wie z. B. Finnland und Italien. Auch die deutschen Bundesländer stehen wohl schon in Kontakt mit Eventim.

Und die Kosten?

Zu den Kosten schweigen Eventim und und das Kieler Ministerium – aber seien wir mal ehrlich. Die Kosten sind im Gegensatz zu zügigen Impfterminen und Schutz der Gesundheit und Menschenleben nicht wirklich der ausschlaggebende Punkt, oder?

Und nun liebe Bundesländer: Bitte unbedingt nachmachen! Und nicht erst wochenlang darüber beraten! Bei täglich rund 400 Todesfällen sollte die Entscheidung wirklich leicht fallen …

Titelleistenbild:
Impfbild: tomwieden auf Pixabay
Montage: IKC

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