EU an AstraZeneca: «Wir können den Export auch verbieten!»

Letztes Update: 20. März 2021, 19:45

Impfen im Schneckentempo

Die EU würde ja gerne … kann aber nicht. Die Rede ist vom Impftempo! Wäre mehr Impfstoff da, wäre das Impftempo in der EU auch deutlich höher. Dass das Problem teils hausgemacht ist, weiß man. Und dennoch ist auch die Lieferverzögerung der Hersteller ein großes Problem, allen voran AstraZeneca.

Am 17. März hatten der EU-Rat in einer Videokonferenz über die Maßnahmen zur Bewältigung des COVID-19-Ausbruchs beraten. Ursula von der Leyen (62) fand dort bereits schon deutliche Worte. Nun hat die EU-Chefin ihren Ton nochmal verschärft:

„Du erfüllst erst deinen Vertrag gegenüber Europa, bevor du beginnst, in andere Länder zu liefern.“

, so von der Leyen.

Hintergrund: Der Hersteller AstraZeneca (britisch-schwedisch) hat im Zeitraum von Januar bis März lediglich 30 Prozent der vertraglich vereinbarten Menge geliefert!

„Von den Briten haben wir aber nichts bekommen, während wir ihnen Impfstoff liefern“

, ergänzt von der Leyen.

Grundsätzlich betonte die EU-Chefin, dass «Impfstoff-Hersteller, die ihre Lieferversprechen an die EU nicht erfüllen», auch keinen Impfstoff exportieren dürfen.

Droht nun ein ‘Impfstoffkrieg’?

Bereits Anfang März stoppte Italien eine Exportlieferung nach Australien. 250.000 Dosen des Vakzins von AstraZeneca waren betroffen. So ein Stopp ist möglich, wenn die Hersteller bei den Liefermengen die EU benachteiligen.

Die nun deutlich wiederholte Drohung der EU bringt die Briten erneut auf die Palme. Die “Daily Mail” spricht bereits vom “Impf-Krieg”: „Ursula von der Leyen eskaliert den Impf-Krieg mit AstraZeneca“. Die Äußerung ist eher als typisch britischer ‘Ausfallschritt’ zu deuten … insbesondere, da die Briten auf EU-Lieferungen gar nicht angewiesen sind – so zumindest die “Daily Mail”. Offensichtlich geht es den Briten um ‘das Handtuch auf der AstraZeneca-Liege’ („Losgelöst von den Fesseln des bürokratischen Haufens (Anm.: die EU ist gemeint) schlugen wir UNSERE Handtücher zuerst auf die Sonnenliegen von AstraZeneca, Pfizer und Moderna“).

Die Sorge, dass die Briten nun wichtige Zusatzstoffe für die Herstellung des Impfstoffes blockieren, steht zwar ‘theoretisch’ im Raum, dürfte aber kaum zum Tragen kommen. Eine hochrangigen Quelle aus der britischen Regierung äußerte gegenüber dem ‘Telegraph’, dass «dass die Briten-Regierung wenig Lust auf Vergeltung hätte», so berichtet die BILD.

Großbritannien ist aktuell auf internationale Beziehungen (Investitionen) angewiesen, das ist der Preis für den Ausstieg aus “dem Haufen” (EU) – und vor diesem Hintergrund muss sich das Vereinigte Königreich aktuell als ‘verlässlichen Handelspartner’ beweisen!

Titelleistenbild: European Union (Mario Salerno)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwölf − elf =