Engpass bei Impfstoff: England droht Impfreduzierung

Letztes Update: 18. März 2021, 16:18

Engpass bei Impfstoffversorgung in England – vom ‘eigenen’ Betrieb …

“Wir impfen Deutschland unter den Tisch”

Das waren schon hohe Ziele, die sich Großbritannien im Februar gesteckt hat. Bis (frühestens) 21.06.2021 will England alle Lockerungsbeschränkungen aufgehoben haben, so verkündete Boris Johnson vollmundig. Auf die damalige Titelzeile der BILD („We beneiden you“) folgte dann bekanntlich der Spott aus England („Wir beneiden dich nicht“) …

Einer der Spott-Sprüche war: „Losgelöst von den Fesseln des bürokratischen Haufens (Anm.: die EU ist gemeint) schlugen wir UNSERE Handtücher zuerst auf die Sonnenliegen von AstraZeneca, Pfizer und Moderna“.

Nun droht Engpass

Jetzt verkündet der Inselstaat, dass eine “signifikante” Reduzierung hinsichtlich der Verfügbarkeit von Impfstoffen droht – der Engpass im eigenen Haus sozusagen. Man geht nun sogar soweit, dass Impftermine nur noch an Personen Ü-50 vergeben werden wollen. Der englische Impfplan gerät aktuell ganz gehörig in Wanken! ‘

Eigentlich’ sollten bereits die über 40-jährigen schon geimpft werden – damit ist nun erstmal “over”, da die Zweitdosenimpfung in Großbritannien noch nicht einmal zwei Millionen Menschen erhalten haben – und die sind nun mal vor den Erstimpfungen dran.

„Wir haben einige Versorgungsprobleme, deshalb wird die Auslieferung des Impfstoffs etwas langsamer sein, als wir vielleicht gehofft hatten“,

so (Bau-) Minister Robert Jenrick zur BBC. Jenrick führt weiter aus: „Wir werden so schnell wie möglich vorankommen, aber es wird einige Wochen lang nicht so schnell sein, wie wir es uns erhofft hatten.

Der Engpass rührt offensichtlich aus Problemen in Indien – dort produziert AstraZeneca großen Mengen seines Vakzins. Im Übrigen erstaunt es das IKC, dass der ‘BAU’-Minister solche Verkündungen trifft?

EU schüttet Öl ins Feuer

Und diese britische Engpass-Situation kommt ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo “der Haufen”, Entschuldigung, die EU nun verkündete «ob Exporte in Länder, die eine höhere Impfrate hätten, noch verhältnismäßig seien. Womöglich müsse darüber nachgedacht werden, Exporte in Länder, die selber Impfstoffe produzierten, von deren Ausfuhrbereitschaft abhängig zu machen»! Das IKC hat schon auf die englische ‘Reaction’ gewartet … nun ist sie da.

Die britischen Medien zetern nun und werfen mit Begriffen wie “stalinistische Diktatur”, “Kriegspfad” oder sogar “Hysterie” („Daily Mail“) um sich. Großbritannien ‘ermahnt’ nun die EU sich an “ihren Teil der Abmachung zu halten”. Damit ist der Teil gemeint, dass die EU die Zusage gab, keine Exportbeschränkungen zu verhängen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt eine gewisse “Schieflage” noch nicht erkennbar: Der Impfstoff, der in der EU produziert wurde, gelangt in sehr hohen Mengen in das Vereinigte Königreich – AstraZeneca (britisch-schwedischer Hersteller) hingegen weigert sich jedoch, die Produktionsprobleme am belgischen Standort kurzerhand mit Ersatz-Lieferungen aus den britischen Werken zu kompensieren!

Der wahre Grund für die EU-Versorgung durch AstraZeneca jedoch ist Englands “Impfnationalismus”. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock gab dies nun offen zu, als er betonte, dass Großbritannien “einen Rechtsanspruch auf die Impfungen” habe, da der Impfstoff auch “mit finanzieller Unterstützung der britischen Regierung entwickelt wurde”.

Die EU und auch Berlin sehen das allerdings deutlich anders – darüber hinaus gibt es auch rechtsgültige Vertragswerke.

Wie dem auch sei – Johnson & Johnson steht aktuell gerade vor der EU-Zulassung und auch BioNTech setzt alle Hebel in Bewegung, um seine Produktion zu erhöhen. Darüber hinaus ‘liebäugelt’ die Bundesregierung auch mit SPUTNIK V, was allerdings zu Kontroversen führt. Deutschlands Impfstoff-Engpass ist ein Desaster – aber nicht von ewiger Dauer.

Von daher … seid doch bitte so freundlich und nehmt beim Rausgehen auch gleich eure Handtücher von den Liegen, ja? Danke!

Titelleistenbild: Norbert Nagel (CC BY-SA 3.0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eins × 2 =