Deutsche Bahn: Milliardenhilfe beantragen aber auf Boni nicht verzichten

Letztes Update: 3. Februar 2021, 10:21

An Gier kaum zu überbieten

Das ist wirklich abstoßend. Die Deutsche Bahn ist ‘coronagebeutelt’ und fährt aktuell ein Minus ‘ohne Ende’ ein. Für 2021 musste das Defizit im Parlament bereits erhöht werden, denn ‘eigentlich’ darf die Bahn Ende 2021 nur ein Minus von 35 Milliarden Euro ausweisen.

Dass es nun bereits schon erhöht werden musste, liegt daran, dass die beantragte Finanzspritze auf Eis liegt. Die Genehmigung der Wettbewerbshüter:innen aus Brüssel liegt seit Monaten “auf Halde”, da der Vorstand der Deutschen Bahn auf die Boni-Zahlung verzichten müsste.

„In dieser Krise sind persönliche Interessen zurückzustellen“,

(Klaus-Dieter Hommel Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG),
auch DB-Aufsichtsrat-Vorsitz)

Doch dazu sind die Vorstände der DB nicht bereit!

Selbst der Bund drängt

Auch die Bundesregierung macht Druck. „Die Vorgaben der EU-Kommission seien akzeptabel“, sagte bereits schon Ende 2020 der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU). Der Bahnvorstand ist jedoch unzufrieden – man will weiter verhandeln.

EU geht noch weiter

Die EU-Kommission regt ebenfalls eine Stärkung des Wettbewerbs vor. Demnach sollen auch Mitbewerber der Deutschen Bahn (z. B. Flixtrain) – ihre Tickets über die DB-Navigator-App verkaufen können. Weiterhin sollen auch ausrangierte Waggons und ‘Triebköpfe’ (die eigentliche Zugmaschine) nicht mehr einfach verschrottet werden, sondern zum Verkauf angeboten werden. Und was sagt die Deutsche Bahn dazu? Sämtliche der vorgenannten Vorschläge werden ‘selbstverständlich’ zurückgewiesen. Es ist aber auch klar, dass hier geblockt wird, da in naher Zukunft vier Intercity-Triebköpfe ausrangiert werden – das wäre für Flixtrain mit Sicherheit interessant. Auch die App-Nutzung durch Mitbewerber würde ja faktisch die Konkurrenz ‘ins Haus holen’.

Bloß keine Konkurrenz und Wettbewerber

Es fällt seit Jahren auf, dass die Deutsche Bahn keine Maßnahmen zulassen möchte, die eine Wettbewerbssituation auf den Plan rufen. Bereits bei Flixtrain ging die DB schon auf die Barrikaden. Es wäre natürlich auch von großem Nachteil, wenn man feststellen könnte, dass die Konkurrenz es besser macht und die Deutsche Bahn dadurch ins Hintertreffen gerät. Denn spätestens dann sind irgendwann radikale Sparmaßnahmen angesagt, die man endgültig nicht mehr schönreden kann  – immerhin ist die Deutsche Bahn ein Staatskonzern. Und wenn gespart wird, dann ist auch der Jahres-Bonus ‘im Fadenkreuz der Sparschützen’.

Es geht um Kohle

Bei den Vorstands-Boni geht um viel Geld: So erhielt Bahnchef Richard Lutz für seine Arbeit 2018 sage und schreibe 1,8 Millionen EUR! Insgesamt erhielt der gesamte Vorstand 2018 6,498 Mio. Euro. 2017 war die Summe sogar noch höher denn da war Ex-Chef Rüdiger Grube noch mit 2,328 Millionen Euro dabei.

Und jetzt festhalten: Grube bekam die Summe (2,3 Mio.) für 2017, obwohl er in diesem Jahr lediglich noch 30 Tage Amtszeit hatte! Das ist übrigens Tagesgehalt von EUR 77.000.
Die ganzen ‘variablen’ Vergütungen wollen wir hier gar nicht noch extra erwähnen.

Oder anders ausgedrückt: Die pure Gier verhindert den Wettbewerb!

Titelleistenbild Adler/Geld: DarkmoonArt_de auf Pixabay
Montage: IKC

 

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