Erstaunlich – Eckpunkte der Corona-Fehlerkette

Letztes Update: 21. Januar 2021, 20:02

Schön und gut, aber …

Erst einmal vorweg: Natürlich ist die Bewältigung einer Krise wie die Corona-Pandemie ein beispielloser Kraftakt, den Deutschland so seit 100 Jahre nicht mehr so erlebt hat. Global gesehen, hat die Bundesregierung viele gut gemacht, nur leider nicht alles.

Dummerweise sind die Fehler der Corona-Fehlerkette auch gleichzeitig die, die uns teuer zu stehen kommen.

Das Lied vom ‘Augenmaß’

Das IKC nutzt immer wieder die Kritik hinsichtlich des fehlenden Augenmaßes. Die Regierung hat ‘den globalen Knüppel’ geschwungen – eben ohne den notwendigen scharfen und kritischen Blick in die einzelnen Bereiche.

Corona-Fehlerkette–Problem #1:

Die ‘Soforthilfen’ aus November 2020 („Bazooka mit Wumms“, O-Ton Olaf Scholz). Wir haben diese bereits als Rohrkrepierer bezeichnet. Denn durch unnötig hohe Bürokratie-Hürden und chaotische Verwaltung kommen diese nun größtenteils erst im Februar zur Auszahlung! „Sofort“ ist was anderes … Durch diese Verschleppung kann man die Soforthilfe bei vielen Unternehmen nur noch dem Insolvenzbeitrag beilegen.

Corona-Fehlerkette–Problem #2:

Mehrwertsteuersenkung: Wenn man eine globale Rezession im Land hat, ist das sicherlich sinnvoll die Mehrwertsteuer für alle zu senken. Problematisch wird es aber, wenn es nur Teilbereichen etwas nutzt, anderen hingegen gar nicht! Was soll der Bürger mit einer Mehrwertsteuersenkung anfangen, wenn er gar nicht einkaufen kann. Sei es, weil die Läden zu haben, oder er einfach kein Geld aufbringen kann? Das führt nun automatisch zur zweiten Seite der Medaille: Bestellt man online, dann stärkt man genau die Unternehmen, die von der Pandemie eh schon profitieren. Während der “Local Dealer” vor die Hunde geht, reiben sich amazon & Co. die Hände bis zum Glühen. Die Mehrwertsteuer interessiert also vorrangig die Onlinehändler, die meisten lokalen Geschäfte gingen leer aus (weil geschlossen).

Was bleibt übrig?: Die Senkung der MwSt. kam überhaupt nicht da an, wo sie sinnvoll gewesen wäre – hier trat ein ‘Verpuffungseffekt’ ein. Allerdings ein teurer, den die Bunderegierung nun mit ca. 20 Milliarden EUR von der Einnahmeliste streichen kann. Es wäre sinnvoller gewesen, die Senkung erst gar nicht vorzunehmen und stattdessen die 20 Mrd. € in die Soforthilfen zu pumpen.

Corona-Fehlerkette–Problem #3:

Das lange Sommerschlaf der Regierung!
Zwischen dem ersten und dem zweiten Lockdown lagen sieben Monate. Sieben Monate, die man für sinnvolle Vorbereitungen hätte nutzen können – hat man aber nicht. Jeder Experte warnte und wusste es: spätestens zu den Herbstmonaten wird eine weitere Welle vor der Tür stehen. Das ist jedem Praktikanten der Epidemiologie und auch jedem Studenten der Humanmedizin, Biologie und Biochemie (als Vorbereitung zur Virologie) klar.

Zwingend erforderlich waren Vorbereitungen zu den Testkapazitäten. Das Schulsystem war weiterhin absolut mangelhaft beim Thema ‘Homeschooling’ aufgestellt. Das macht sich insbesondere bei den sozial unterschiedlich aufgestellten Familien bemerkbar. Im August hat die Uni Frankfurt bereits in einer Studie nachgewiesen, dass die ‘Bildungsschere’ zwischen den Einkommensgruppen deutlich auseinandergehen wird. Die Regierung (Bund) hatte dafür nur eine Milliarde EUR vorgesehen – obwohl die Uni Bremen bereits 2,8 Mrd. Euro ermittelte. Wieder ein Parade-Beispiel für die Ignoranz der Regierung, was Expertenmeinungen angeht, die nicht für unnötig teure Honorarforderungen gegenüber des Bundes angefordert wurden.

ÖPNV: Statt Erweiterung einfach dicht machen

Stell Dir mal vor, 600 Personen stehen vor einem Zug, der nur 300 Personen fasst. Na? Richtig, man nimmt zwei Züge! Sollte eigentlich jedem einleuchten, oder?

Aber, statt also mehr Nahverkehrsmittel einzusetzen, um so die Menschenmengen zu ‘entzerren’, will man den ÖPNV sogar reduzieren! „Zuviel Gedrängel im ÖPNV …“, ist die Ansage von der Bundeskanzlerin Angela Merkel, hier muss also „reduziert“ werden – notfalls mit Fahrverboten. Entschuldigung Frau Kanzlerin – jetzt bitte nochmal in Ruhe über die eigenen Worte nachdenken … – ernsthaft? Klingt ja fast so, als wenn man nun den ganz einfachen Weg gehen möchte, destruktiv nach dem Motto „Nervt gewaltig, Abschalten …“. Man wird langsam den Eindruck von „Dichtmachen! Verbieten! Einschränken! Alles verriegeln! “ nicht mehr los. Die Corona-Fehlerkette wird länger …

Und die Städte erhöhen fröhlich die Parkgebühren

Dresden ging ja schon mit ganz schlechtem Beispiel voran. Da Dresden allerdings viele schlechte Beispiele liefert, verlinken wir hier nochmal zu besagtem Artikel.

Das ‘schärfste’ aber ist, dass nun auch andere Städte nachziehen wollen. „Parkgebühren erhöhen!“ hört man aus den Hallen der Stadträte und Rathäuser. Ist schon klar … „Parken darf nicht attraktiver sein und weniger kosten als der ÖPNV.“ – so die Begründung.

Nur zu Sicherheit: Reden wir gerade von dem ÖPNV, der zur Schließung vorgesehen ist (wenn es nach der Kanzlerin geht), weil ja so viele Personen den nutzen? Der ÖPNV, den dann noch mehr Bürger nutzen sollen – nämlich die bösen Autofahrer, die günstiger parken. Die Autofahrer, die eben nicht zur Infektionskette im ÖPNV gehören möchten – genau die Autofahrer, die den „Infektionsherd #1“ meiden und eben nicht weiter vergrößern wollen?

Gut, wir wollten nur nochmal sichergehen … (Die Corona-Fehlerkette schleift mittlerweile schon über den Boden)

Eigentlich ist das die ‘IKC-Zitrone der Woche’ wert… Ja, nicht nur ‘eigentlich’ – sondern ‘sowas von!’

Wir verleihen diese nun an die Bundeskanzlerin und die Bundesregierung– Bitteschön!:

Corona-Fehlerkette Goldende Zitrone
(Klick vergrößert
Karikatur: Dianakuehn30010/Pixabay)

Titelleistenbild: © DBT / Achim Melde

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