Letztes Update: 7. April 2021, 10:52

Erst heute hat das IKC zu dem Thema berichtet, nun kommt die entsprechende Meldung.

Christian Piwarz hat gesprochen

Dresden – Nach langem ‘Hin und Her’ werden ab kommenden Montag –15.02.2021– in Sachsen die Grundschulen und Kitas wieder geöffnet. Das hat Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU, 45) nach der heutigen Kabinettssitzung beschlossen.

Piwarz’ Begründung zur Öffnung:

„Die erfreuliche Entwicklung, dass die Zahlen deutlich nach unten gehen.“

Damit allerdings geht er in direktem Frontalkurs gegen die Kanzlerin und greift der MP-Konferenz vom morgigen Mittwoch vorweg. Kanzleramtschef Helge Braun hatte letzte Woche noch eindringlich in persönlichen Telefonaten mit Nachdruck darum gebeten, eben keine ‘Alleingänge’ zu machen und keine Beschlüsse zu fassen. Es kündigen nun weitere Bundesländer an, Sachsen zu folgen.

Hamburg bleibt ‘dicht’

Hamburg allerdings hat eine Öffnung kategorisch ausgeschlossen! Interessanterweise hat Hamburg ähnliche Fallzahlen wie z. B. Dresden – und sogar bessere Zahlen als Sachsen gesamt …

„Die Inzidenz sinkt viel zu langsam, der R-Wert ist zu hoch und das Risiko einer stärkeren Ausbreitung der Virusmutationen bleibt bestehen“

(Senatssprecher Marcel Schweitzer am heutigen Dienstag )

Es ist erstaunlich, dass Hamburg “Alarm” signalisiert und Sachsen jedoch ‘positive Entwicklung der Fallzahlen’ anführt.

Genau jetzt tritt der Fall ein, vor dem das Kanzleramt warnte. Diese unterschiedliche Behandlung und “Auslegung” der Fallzahlen führt zu einer erheblichen Unsicherheit in der Bevölkerung! Warum ist ein Inzidenzwert in Hamburg von 67,6 alarmierend, in Sachsen jedoch ist ein Wert 91,3 “ein positives Signal”? Hier kann man als Bürger nur noch den Kopf schüttelt und ernsthaft die Vernunft in Frage stellen (wessen, überlassen wir mal dem Leser).

Beruhigungsmaßnahme durch die Hintertür?

Viele Eltern in Sachsen haben Druck ausgeübt. Es wurden die Stimmen nach Schulöffnung immer lauter. Christian Piwarz’ Vorstoß ist da den druckausübenden Eltern nur willkommen. Allerdings gibt es einen kleinen Trick bei der Sache. Piwarz hat zwar der ‘streng beobachteten’ Öffnung zugestimmt, gleichzeitig hebt er aber die “Schulpräsenzpflicht” für die Grundschulen auf! Eltern können also selbst bestimmen, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. UND DAS IST AUCH GUT SO!

In Dresden sind die Fallzahlen der Neuinfektionen innerhalb Sachsens noch immer am höchsten. Im direkten Vergleich zu anderen sächsischen Städten und Landkreisen führt Dresden allerdings mit deutlichem Abstand. Dies mag auch sicher damit zusammenhängen, dass in Dresden kaum Kontrollen außerhalb des Innenstadtkreises stattfinden – das IKC hat dies bereits mehrfach erwähnt. So konnten wir auch heute in der Straßenbahn die Menschen beobachten, die keine FFP2- oder OP-Maske trugen. Das geht hin bis zu löchrigen Schaltüchern (gestrickte, grobmaschige Spitze) als ‘Schutz’. Wer nun glaubt, dass der Fahrer entsprechende Durchsagen macht … – Fehlanzeige. Kontrollen in den Linien, die von Schulkindern genutzt werden? So gut wie gar nicht!. Hier werden Kinder förmlich durch “Brandherde” zur Schule geschickt.

Der Kultus Christian Piwarz vollzieht somit ein kleines ‘Manöver’: Einerseits stellt er die unzufriedenen Eltern ‘ruhig’, da sie nun ihre Kinder wieder in die ‘Aufbewahrungsbox” (Schule/Kita/Hort) geben können – auf der anderen Seite lässt er besorgten Eltern aber die Freiheit, die Kinder nicht unnötigen Risiken auszusetzen. Kritiker würden nun sagen, er gibt damit aber auch seine politische Verantwortung ab.

„Das ist ein guter und wichtiger Schritt im Interesse der Kinder, aber wir werden das Infektionsgeschehen weiter sehr genau im Augen behalten“

Wir hoffen inständig, dass dieser Schritt nicht bereut wird! Christian Piwarz ist selbst Vater von zwei Kindern.

Leider ist die Mentalität vieler ja die, dass die Herdplatte erst wirklich heiß ist, wenn man mit dem nackten Hintern draufgesessen hat …

Titelleistenbild: © SMK / Ronald Bonss

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