Letztes Update: 10. Mai 2021, 17:06

Brandenburgs Abschied von der Impfpriorität

Impfen für jedes Alter

Auf dem heute Abend stattfindenden Impfgipfel des Landes mit den Kassenärzten, kündigt die Regierung von Brandenburg in ihrem Eckpunktepapier die komplette Aufhebung der Impfpriorität an. „Die Öffnung der Gruppe der über 12-Jährigen zum Impfen und die bevorstehenden Sommerferien erhöhen den Impfdruck in allen Strängen. Bereits jetzt wird mit Nachdruck an die Ärzteschaft appelliert, Impfwilligen soweit wie möglich und so schnell wie möglich Impfangebote zu unterbreiten.“

Hintergrund der Impfpriorität-Abschaffung dürfte auch sein, dass das Festhalten an der Impfpriorität aktuell das ehrgeizige Ziel in Gefahr bringen könnte, dass bis September alle Erwachsende ein Impfangebot erhalten. Vor diesem Hintergrund fordern Experten wie z. B. Ökonom Sebastian Dullien, dass über 60-Jährige grundsätzlich nur noch mit AstraZeneca geimpft werden, damit die jüngeren Menschen ausreichend Impfstoffe von BioNTech und Moderna zur Verfügung haben. Dabei wurde allerdings außer Acht gelassen, dass AstraZeneca seine Lieferzusagen ohnehin nicht erfüllt hat und die Vorräte des AZ-Vakzins deutlich kleiner als angenommen sind. Primäres Ziel ist nun daher die zügige “Erst-Impfung” der Menschen, damit zumindest ein grundsätzlich ausreichender Schutz hergestellt werden kann!

Liefermengen an Impfstoffen

Laut Bundesgesundheitsministerium erwartet Brandenburg für die kommenden Wochen 376.350 Dosen Impfstoff – davon entfallen lediglich 33.600 Dosen auf das Vaxzevria®-Vakzin (AstraZeneca). Brandenburg hat 2,123 Millionen Einwohner ab 18 Jahre (Stand 12/2019) und weist aktuell eine Impfquote von 28,8 Prozent bei den Erstimpflingen und 9,6 Prozent bei den vollständig Geimpften aus. BioNTech/Pfizer hat mittlerweile deutlich höhere Liefermengen zugesagt, als ursprünglich prognostiziert.

Das Ziel von Brandenburg ist das Erreichen der Herdenimmunität bis zum 21. September. Dies setzt voraus, dass in den Arztpraxen und Impfzentren wöchentlich mind. 125.000 Dosen verimpft werden.

Prioritäten setzen

Durch die Aufhebung von Prioritäten setzt man diese gleichzeitig auch neu. Aktuell ist das wichtigste Ziel, allen Bürgern mindestens die Erstimpfung zu ermöglichen, da diese bereits einen mind. 50-prozentigen Schutz gibt. Um die Infektionsketten zu brechen und die IV-Stationen zu entlasten, ist dies sicherlich ein sinnvolles Unterfangen. Aber man muss auch deutlich betonen: Es darf keinesfalls zu Lieferengpässen kommen – das wäre der ‘Worst-Case’ für alle!

Titelleistenbild: pressfoto – de.freepik.com

(ikc)

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