Letztes Update: 25. April 2021, 16:53

Der Unfug der starren Inzidenz

Das IKC betont es schon länger, der “starre Inzidenzwert” ist irreführend und hat teils sogar fatale Folgen.

Seit einigen Tagen steigt in Sachsen der Inzidenzwert leicht, aber stetig an. Für die Bundesregierung ist dies das “Maß aller Dinge” und würde würde wahrscheinlich umgehend zu panischen Reaktionen führen. Nochmal ganz deutlich: Wir wollen hier keinesfalls die Situation ‘beschönigen’ – Corona ist brandgefährlich und die Infektionszahlen sind zu hoch. Aber wir möchten zeigen, dass die Inzidenzwerte eben kein verlässlicher Anhaltspunkt für die ‘pandemische Lage’ ist. Ein weiterer wichtiger Punkt zur Analyse des Infektionsgeschehens ist die Bettenbelegung in den Krankenhäusern. Dieser Wert ist auch (glücklicherweise) nicht von den langsamen Gesundheitsämtern abhängig, die am Wochenende auch nur reduziert Zahlen melden.

Der aktuelle R-Wert in Sachsen liegt bei aktuell 1,06. Sachsen orientiert sich jedoch primär anhand der Bettenbelegung. Bevor die “Bundes-Notbremse” griff, galt: „Die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 29. März 2021 schreibt für den Fall, dass in Sachsen mehr als 1.300 Betten auf Normalstationen mit COVID-19-Patienten belegt sind, eine Rückkehr zum Lockdown vor.

Die aktuelle Bettenbelegung in Sachsen zeigt eine Quote von 66,3 Prozent Auslastung an (Quelle). Belegt sind 1.100 Betten und die Quote sinkt aktuell. Vor wenigen Tagen lag die Quote kontinuierlich über 70 Prozent – zwischenzeitlich sogar über 74 Prozent!

Test – Inzidenz – Bettenbelegung

Es zeigt sich somit, dass die erhöhte Testquote durchaus zu für höhere Inzidenzwerte sorgt – und wir betonen: Das ist auch gut so! Denn durch die Tests können infizierte Menschen frühzeitig erkannt werden, das verhindert im besten Fall die Infektionskette!

Es gibt allerdings auch einige ‘regierungsnahen Experten’, die die erhöhte Testquote nicht für die Inzidenz verantwortlich machen. Hier wird betont, die Testquote wäre “nur marginal” gestiegen und der Anteil an positiven Testergebnissen läge noch immer und fast unverändert bei ca. 4 Prozent. Das ist allerdings ein Zahl, die wir nicht nachvollziehen können, denn dort lag sie so gut wie noch nie. Die Quote der positiven Testergebnisse liegt bei etwas über 12 Prozent – das ist der reale Wert (Quelle)!

Inzidenz steht in heftiger Kritik

Der “starre Inzidenzwert” ist aus vorgenannten Gründen nicht mehr zeitgemäß und hält sogar fälschlicherweise dafür her, Einschränkungen zu rechtfertigen. Dieser Mangelzustand ist bereits ebenfalls Gegenstand der Verfassungsbeschwerden am BVerfG, da z. B. die “Bundes-Notbremse” genau diesen Kardinalfehler begeht und schwerwiegende Eingriffe in die Grundrechte begründen soll. im Infektionsschutzgesetz wird die Bettenbelegung  aktuell noch immer stiefmütterlich behandelt.

Titelleistenbild: Parentingupstream / Pixabay

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