Letztes Update: 27. Mai 2021, 08:42

Die Grünen rüsten auf ab

Annalena Baerbock stellt ihr Wahlprogramm vor. Von der “bemerkenswerten” Rechts-/Links-Lagerung haben wir bereits berichtet.

An sich nichts ungewöhnliches – eben “Grün”. Künftig sollen z. B. Neubauten verpflichtend Solardächer auf den Dachstuhl schustern. Die Kosten liegen für ein EFH aktuell bei bis zu rund 14.000 Euro, inkl. Anlage samt Zubehör, die Installation und die Inbetriebnahme.

Die Preise kann man aktuell wie folgt einordnen:

Ein kleines Dach (25 qm) liegt bei ca. 216 Euro/qm2 und 5.400 Euro für die Solaranlage. Das mittleres Dach (50 qm) benötigt ca. 180 Euro/qm2 und 9.000 Euro/Solaranlage bis hin zum großen Dach (72 qm) mit ca. 172 Euro/qm2 bei rund 12.900 Euro für die Anlage.

Der Einsatz solcher Anlagen will allerdings gut geplant sein! Soll es eine “thermische Solaranlage” (das betrifft auch Heizungen) oder nur die Photovoltaik Solaranlage? Letztere ist sinnvoll bei Stromspeicherungen, der Bedarf an ‘gekauftem’ Strom würde sich erheblich verringern. Doch hier kommen wir zu einem großen Folge-Problem.

Energie-Boomerang

Wir alle wissen was passiert, wenn man keinen Bedarf mehr an Strom hat, weil man spart: Die Preise steigen wegen der geringeren Nachfrage! Wenn die Grünen nun also die Solaranlagen verpflichtend einführen wollen, wird der Strompreis in der Konsequenz weiterhin steigen. Das wirkt sich “anfangs” zwar nicht direkt für den Bürger im Haushalt auf, denn da interessiert ihn der Strom-Kaufpreis ja nicht mehr, aber der ‘Rattenschwanz’ sorgt für eine signifikante Steigerung der Lebenshaltungskosten.

Steigende Strompreise wirken sich unmittelbar auf die Industrie aus! Fabriken und Fertigungs-/Produktionsstätten werden den Preis zahlen müssen – die Produkte werden also teurer. Und am Ende zahlt den höheren Herstellungspreis der Verbraucher. Interessant dabei auch, dass Annalena Baerbock Flugreisen “aus Klimagründen” unattraktiv machen will, was die Abschaffung der Billigflüge betrifft. Somit will Baerbock die Kunden zur Bahn zurückholen. Im Übrigen ‘tutet’ Olaf Scholz bereits in das gleiche Horn – Wahlkampfparolen pur …

„Wer als Familie mit dem Zug reise, solle weniger zahlen als für die Kurzstrecke im Flugzeug“, sagte Baerbock.

Fragt sich nur, was Baerbock als “Kurzstrecke” definiert. Denn innerdeutsche Kurzstrecken für Familien sind ohnehin kaum noch zu bekommen. Alles andere sind eben keine ‘Kurzstrecken’. Offenbar möchte Frau Baerbock den CO2-Ausstoß nur über deutschen Städten verhindern – außerhalb Deutschlands ist es dann ‘Banane’?

Baerbocks Mathematik-Defizite

Es ist allerdings anzunehmen, dass Annalena Baerbock das Fliegen grundsätzlich reduzieren möchte – denn CO2 ist für die Grünen ja grundsätzlich zu vermeiden! Die Frage ist nur, wie sich Baerbock die mind. 24-stündige Zugreise (inkl. Zwischenstopps und Aufenthalte) der 5-köpfigen Familie mit Kleinkindern per Zug von (z. B.) Grevenbroich nach Palma de Mallorca vorstellt? Und nun kommen wir zum Strompreis: Da sich dieser aufgrund mangelndem Absatz im Laufe der Jahre verteuern wird, kann der Ticketpreis bei der Bahn kaum in attraktive Preis-Regionen gelangen, denn die Bahn fährt per Strom!

Man sieht schon jetzt, dass das “Wahlgeschwurbel” von Annalena Baerbock noch nicht einmal bis zur ersten Gleichung berechnet wurde.

E-Autos?

Auch die präferierten E-Autos dürften somit deutlich teurer werden! Bis heute sind die Strompreise an den Ladestationen nicht wirklich ‘reizvoll’. Der kWh-Preis an den Ladestationen schwankt erheblich – zwischen 29 Ct./kWh bis hin 75Ct./kWh (teils zzgl. ‘Grundgebühren’ für Betreiber) ist alles drin. und da man nicht immer an der heimischen “Wallbox” seinen solarerzeugten Strom in die Autobatterie pumpen kann, könnte der Plan der Grünen das E-Auto somit durchaus konterkarieren.

Es könnte am Ende dazu führen, dass also nur noch Hausbesitzer mit Solardachanlage und ‘Wallbox” zu Aufladen das E-Auto finanzieren können, da es für “Normalos” schlicht zu teuer wird.

Steuererhöhung

Und da wir gerade dabei sind, dass die Lebenshaltungskosten mit den Grünen deutlich steigen können – da macht es dann natürlich auch Sinn, dem Besserverdiener (ab 100.000/p.A. Bruttoverdienst) den Spitzensteuersatz von 48 Prozent einzuschenken. Oder anders ausgedrückt: Der Besserverdiener ist nach der Grünenpolitik eher in der Lage, sein Haus mit der Solaranlage zu versehen und dadurch bedingt auch das ‘geliebte’ E-Auto zu betreiben. Und weil der ‘Gutverdiener’ so brav sein Scherflein für die Umwelt leistet, darf er ‘zur Belohnung’ auch den erhöhten Steuersatz zahlen.

Grundsätzlich ist die Klimapolitik eine wichtige Aufgabe für Deutschland – daran bestehen mit Sicherheit keine Zweifel. Es wäre aber wünschenswert. wenn die Umsetzung mit Vernunft und Weitsicht erfolgen würde. Eine grüne Klimapolitik darf keinesfalls zur sozialen Spaltung der Gesellschaft führen!

Bei der aktuellen “Baerbock Kanzler-Show” scheint das jedoch nicht nicht ausgeschlossen …

Aktuell dazu auch gleich mal die Zahlen (Stand: 16. Mai 2021) der aktuellen INSA-Umfrage “Wenn heute Bundestagswahl wäre …”

CDU/CSU: 25%
SPD: 16%
Bündnis 90/Die Grünen: 24%
FDP: 11%
Die Linke: 7%
AfD: 12%
Sonstige: 5%

Titelleistenbild: Gerhard G. / Pixabay

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