Letztes Update: 29. Januar 2021, 10:53

AstraZeneca-Vertrag mit EU ist eindeutig

In den vergangenen Tagen habe sich die Medien förmlich auf den ‘Impfstoffkrieg’ gestürzt – so auch das IKC. Unter den Medienberichten waren allerdings (und leider) viele redaktionelle Stimmen zu vernehmen, die das Problem in die schleppende Vorgehensweise der EU verlagerten. Leider haben damit viele an der Kernproblematik vorbei ‘journaliert‘. Es geht und ging zu keinem Zeitpunkt darum, wer gepennt hat und wer nicht.

Es geht um Fakten – Fakten, die in schriftlicher Form mittels eines Vertrags vereinbart wurden; um nicht mehr und nicht weniger! Das grundsätzliche Handlungstempo der EU –fast schon im Bereich der Narkolepsie–, steht nicht nur auf einem ganz anderen Blatt, sondern gegenständlich auch nicht zur Diskussion.

Gestörte Wahrnehmungsfähigkeiten?

In der Chronologie haben sich die EU und auch AstraZeneca ordentlich ‘was um die Ohren gehauen’.

  • Die EU sagt, der Vertrag würde die Lieferungen garantieren, AZ sagt, es sei nur eine “Best-Effort”-Vereinbarung. Mittlerweile wurde dargelegt, dass die “Best-Effort”-Klausel Standard in Produktionen zu ‘unfertigen’ Präparaten ist, umso die schnellstmögliche Fertigstellung zu garantieren – mit der abschließenden Lieferung hat diese Klausel jedoch nichts zu tun.
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  • Die EU-Kommission teilte am Mittwoch mit, AstraZeneca habe das (Tele-) Krisentreffen abgesagt. AstraZeneca widerspricht dem und betont, dass das Treffen stattfindet. Mittlerweile wurde belegt, dass eine solche Absage von AstraZeneca vorlag.Blank / Spacer
  • AstraZeneca betonte fortlaufend, es gäbe keine verbindliche Lieferfrist für die EU, noch die Verpflichtung, dass Werke in Großbritannien für die EU produzieren sollen. AstraZeneca Chef Pascal Soriot betonte stets, dass die britischen Werke exklusiv für die Versorgung Großbritanniens mit Impfstoffen reserviert seien. Der Vertrag mit der EU versichert sogar, „dass der Konzern keine Abmachungen mit Dritten geschlossen habe“.Blank / Spacer

Dem DEUTSCHLANDFUNK liegen nun offenbar Auszüge des Vertrages vor. Sämtliche von der EU betonten Aussagen zu Lieferfristen etc. bestätigen sich demnach. Darüber hinaus ist sogar explizit vereinbart, dass „zwei Werke in Großbritannien für die Produktion von Impfstoffen für die EU eingeplant sind“ – was AstraZeneca bislang bestritt.

Alle Zweifel beseitigt

Die Vertragsauszüge zeigen somit nun deutlich auf, welche Behauptungen zutreffend sind. Es war abzusehen, dass die Partei, welche den Vertrag korrekt interpretiert, dann auch durchaus auszugsweise veröffentlichen wird – mehr “Beweisführung” ist kaum möglich.

Das IKC geht nicht davon aus, dass AstraZeneca Chef Pascal Soriot an ‘temporärer Demenz’ leidet und sich einfach nicht erinnern konnte. Es ist eher davon auszugehen, dass es künftig sinnvoller für AstraZeneca wäre, solche Kommunikationen denjenigen zu überlassen, die auch in der Lage sind, Verträge korrekt erfassen zu können.

Liefermenge nun doch ‘plötzlich’ erhöht

Besonders interessant ist vor diesem Hintergrund nun die Meldung, dass AstraZeneca nun doch plötzlich die Liefermenge erhöhen wird! Es werden zwar noch immer nicht die zugesagten 80 Mio. Dosen, aber doch „deutlich mehr als 30 Mio Dosen“.

Betrachtet man parallel auch die Zulassung für BioNTech zur Produktion in Deutschland, keimt große Hoffnung auf, dass Deutschland in Kürze durchimpfen kann – vorausgesetzt, Herr Spahn verzichtet endlich auf seine deplatzierten Eitelkeiten und zeigt endlich humanitäres Denken in globalem Umfang.

Titelleistenbild: jacqueline macou auf Pixabay

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