AstraZeneca: Wollt ihr uns jetzt verscheißern?!

Letztes Update: 24. März 2021, 17:54

[Update am Ende des Textes]

AstraZeneca mit erneuten Lieferengpässen

Erneut kündigt AstraZeneca einen ‘Lieferengpass’ seines Impfstoffs an! Bereits im ersten Quartal wurde die vertraglich zugesicherte Liefermenge von 80 Millionen Dosen auf 40 Millionen reduziert. Mittlerweile sind es sogar nur noch 30 Millionen.

Nun verkündet der Hersteller, dass die im zweiten Quartal vereinbarte Menge von 220 Millionen Dosen auf ca. 100 Millionen verkürzt wird. DAS IST INAKZEPTABEL!

Es ist nun wirklich an der Zeit, dass die EU ihren zwischenzeitlich eingeschlagenen ‘Kuschelkurs’ mit AstraZeneca zur Seite schiebt und klar und unmissverständlich auf die Erfüllung des Vertrages besteht. Es stehen den juristischen Mitteln nichts im Wege – insbesondere würde hier die Darstellung von AZ, dass “Exportbeschränkungen” zur Verzögerung führten deutlich nachgewiesen werden müssen. Die USA und auch Großbritannien weisen die Behauptung von ‘Exportverboten’ zumindest vehement zurück.

Allerdings muss man auch anmerken, dass die USA aktuell ca. 30 Millionen Dosen des AstraZeneca-Vakzins in den Kühlschränken ‘hortet’ – und das, obwohl der Impfstoff in den USA noch nicht einmal zugelassen ist! Man möchte für die Zulassung vorbereitet sein und den Impfstoff “schnell verteilen können“, so ein Sprecher des Weißen Hauses. Viele Regierungen hatten sich zwischenzeitlich an die USA gewandt, „um nach Spenden von AstraZeneca-Dosen zu fragen – und wir haben die US-Regierung gebeten, diese Anfragen sorgfältig zu prüfen“, sagte Gonzalo Viña, ein Sprecher von AstraZeneca, der New York Times. Die USA lehnten die Gesuche bislang ab!

Die vorgenannten Umstände können und dürfen jedoch nicht relevant für das Vertragsverhältnis der EU und AstraZeneca sein – zumindest nicht im Vorfeld. Welche Umstände zu den Lieferengpässen führen, muss AstraZeneca glaubhaft darstellen – und das juristische Vorgehen kann hier einen ‘erhebliches Engagement’ des Herstellers ‘fördern’. Mit dem Blick in die Vergangenheit muss man ganz klar feststellen, dass AstraZeneca bislang keine große Vertrauenswürdigkeit erzeugt hat – das aktuelle Verhalten des Vertragspartners ‘heilt’ das Vertrauen keinesfalls …

Sachsen geht schon der Impfstoff aus

In Sachsen ist es aktuell zu einem Aufbrauchen des BioNTech-Impfstoffs gekommen. Somit wird nun gezielt AstraZeneca verimpft. Die Bürger, die bereits einen Impftermin mit BioNTech haben, erhalten ein entsprechendes Angebot. Der Verwaltungsaufwand ist immens, da die Impf-Einwilligungen nun vor Ort erneut vorgenommen werden müssen – lange Schlangen sind wieder garantiert. Und da nun der Vorrat an AstraZeneca angegangen wird, ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Impf-Stopp eintritt – aktuell hat Sachsen eine Impfquote von beschämenden 3,2 Prozent. Bundesweit ist die Quote bei 7,4 Prozent. Es ist kein Geheimnis, der Impfstoffmangel kann in Kürze schwere Folgen haben – und AstraZeneca trägt seinen Anteil dazu bei!

Imageschaden wird sich weiter ausdehnen

In der Historie von AstraZeneca und seinem Imageschaden ist der neue Lieferengpass desaströs für den Hersteller. Nicht nur, dass AZ permanent die Liefermengen reduziert, kassiert sich das Pharmaunternehmen auch fortlaufend schlechte Presse. Auffällige Nebenwirkungen und fragwürdigen Studien sind immer wieder das Thema rund um AstraZeneca.

Und jüngst haben mehrere Länder den sofortigen Impf-Stopp mit dem Vakzin verhängt, da Ungereimtheiten hinsichtlich “thrombotischer Ereignisse” (Blutgerinnsel) auftauchten. Allerdings muss man auch deutlich betonen, dass solche Ereignisse immer in der Bevölkerung auftauchen – aktuell verbindet man sie aber ‘verdachtsweise’ sehr schnell mit der Impfung der Menschen. Und wenn diese dann ausgerechnet auch noch bei Impfkandidaten auftauchen, die zuvor gerade mit AstraZeneca geimpft wurden, ist der Aufschrei natürlich groß.

Es gibt keinen Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang“, teilte das für die Sicherheit von Arzneimitteln zuständige ‘Pharmacovigilance Risk Assessment Committee’ (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) mit. Von fünf Millionen Impfungen wurden lediglich 30 ‘thromboembolischen Ereignisse’ gezählt. Das entspricht der gewöhnlichen Zahl der Thrombosen und Embolien, die auch zu Zeiten ohne Impfkampagnen vorkommen.

Massiver Ausbau heimischer Impfstoffproduktion

Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung Christoph Krupp betont mittlerweile deutlich, dass ein deutlich massiver Ausbau der deutschen und europäischen Impfstoffproduktion erfolgen muss. „Im Pandemiefall sollten die Europäer in der Lage sein, einen neuen Wirkstoff in einem Vierteljahr für die gesamte europäische Bevölkerung herzustellen“, so Krupp. Krupp will bis Mai der Bundesregierung ein Konzept vorstellen, das eine sichere Versorgung Deutschlands über eigene Produktionskapazitäten gewährleisten soll.

Im Ergebnis kann man nur fordern, dass die EU nun bis zur vollständigen Aufklärung der Lieferengpässe endlich die erforderliche ‘harte Kante’ zeigt – das ist die EU den Bürgern mehr als schuldig!

[Update 19:56]

Durch die ausbleibende vertraglich zugesicherte Liefermenge von AstraZeneca musste Thüringen nun bereits die Vergabe von Impfterminen stoppen! Auch Berlin musste nun reagieren und “streckt” die Termine. Berlin werden nun ca. 31.000 Dosen fehlen! Zugesichert waren rund 204.000 Dosen, geliefert werden nun lediglich 172.800 Dosen.

Man kann durchaus sagen, dass AstraZeneca am nun folgenden Infektionsgeschehen in Deutschland ‘mittelbar’ beteiligt ist.

Titelleistenbild: hakan german / Pixabay

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