AstraZeneca: Verbirgt der Konzern etwas?

Letztes Update: 26. Januar 2021, 09:10

AstraZeneca verhält sich intransparent

Wie bereits berichtet, gibt es aktuell einige Schwierigkeiten mit dem Pharmakonzern AstraZeneca hinsichtlich der Lieferungen des vertraglich zugesagten Impfstoffes. Offensichtlich leidet mittlerweile auch das Vertrauen der EU und der Bundesregierung gegenüber dem Konzern erheblich.

Transparenzregister gefordert

Die EU (und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn) fordern ein ‘Transparenzregister’ zur Nachverfolgung der Exporte von AstraZeneca. Wie mittlerweile bekannt wurde, ist diese Maßnahme sogar ausdrücklich vertraglich vereinbart worden. Dort wird der EU Zugang zu Produktionsdaten des Unternehmens zugesichert.

AstraZeneca bestreitet verminderte Wirksamkeit

Experten haben zwischenzeitlich Zweifel an der Eignung des Impfstoffs bei über 65-jährigen geäußert. Die Wirksamkeit bei den über 65-Jährigen läge nur bei ca. acht Prozent! Dies wäre ein deutlicher Rückschlag für die gesamte Impfstrategie und erfordert eine umfassende Veränderung dieser. Ein abschließendes Ergebnis liegt jedoch noch nicht vor.

Bei den Studien des Pharmakonzern seien allerdings kaum ältere Personen vertreten gewesen – sogar weniger als sechs Prozent. Man muss sich die Frage stellen, warum das so war? Aus diesem Grund gibt es (bislang) auch kein aussagefähiges Resultat. Für einen Pharmakonzern, der kurz vor der EU-Zulassung des Impfstoffes steht, ist dies schon ungewöhnlich. Denn am Ende bedeutet es dass die EMA eben keine volle EU-Zulassung erteilen wird.

AtrsZeneca bestreitet die Meinung der Experten und weist diese zurück.

EU fordert Einblicke in die Produktionsdaten

Am gestrigen Montagabend hieß es aus EU-Kommissionskreisen:

„Daher will sich die Kommission nun anhand von Daten ansehen, in welchem Werk was wann produziert wurde“

‘Vertrauen’ geht anderes

Auch BioNTech hatte zwischenzeitlich Lieferprobleme angekündigt, hat diese nachvollziehbar mit der Vorbereitung für eine erweiterte Produktion erklären können. AstraZeneca zeigt sich hier deutlich verschlossener. Auch der Umstand, dass, trotz der ‘Lieferengpässe’ offensichtlich Anhaltspunkte für die trotzdem ungeminderte Auslieferung an andere Länder erfolgt sei, ist für das gespannte Verhältnis zwischen EU und AstraZeneca nicht dienlich. Und dass ein schwedisch/britscher Konzern dabei ausgerechnet unvermindert (u. A.) an Großbritannien liefert, ist in Hinsicht auf die Transparenz ‘etwas suboptimal’.

Titelleistenbild: bernswaelz auf Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

20 + fünf =