Nebenwirkungen: Hat AstraZeneca gezielt gedämpft?

Letztes Update: 2. Februar 2021, 19:01

Mit Paracetamol Nebenwirkungen vermindert

Das Robert Koch-Institut erwähnte in seinem Epidemiologischen Bulletin (Ausgabe Nummer 2), dass die Nebenwirkungen bei dem Impfstoff von AstraZeneca auffallend gering waren – deutlich geringer als bei allen anderen Vakzinen. Der Grund ist simpel: Den Probanden des Impfstoffes in der klinischen Studie wurde bereits vor der Injektion Paracetamol (Schmerzmittel) verabreicht. Dadurch wurden Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie und Abgeschlagenheit deutlich reduziert.

EMA meint es ‘sehr gut’ mit AstraZeneca

Die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) meint es offensichtlich sehr wohlwollend mit dem Hersteller. Sie ließ den Impfstoff für alle Altersgruppen zu, obwohl in der Altersgruppe ab 65 deutliche Zweifel bestehen. Die STIKO (Ständige Impfkommission) schließt sich der EMA nicht an und empfiehlt die Abgabe nur an Impfkandidaten bis zum 64ten Lebensjahr. Italien sogar gibt den Impfstoff nur bis 55 Jahre frei!

Verwässerung im Wettbewerb

Die Ergebnisse der Nebenwirkung bei AstraZeneca sind somit im Vergleich zu den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna (mRNA-Basis) natürlich deutlich geringer. Kein Wunder, denn BioNTech und Moderna haben keine Schmerzmittel vor der Impfung verabreicht. Der EMA ist dieser Vorgang zu den Nebenwirkungen bekannt – hat diesen aber weder entsprechend ‘gewürdigt’, noch überhaupt kommuniziert.

Es verwundert insgesamt, dass viele ‘unkonventionelle Praktiken’ in den Versuchsreihen von AstraZeneca nicht durch die EMA beanstandet wurden.

Der EU-Parlamentarier Peter Liese (und Mediziner) hatte Brüssel bereits Anfang Januar auf diese Praktiken hingewiesen – deutlich vor der Zulassung durch die EMA! So hat z. B. AstraZeneca bei einem Teil seiner klinischen Tests auch nur die Hälfte der protokollierten Impfdosis verabreicht.

„In der anschließenden Pressemitteilung hat das britisch-schwedische Unternehmen den Fehler dann als Erfolg verkauft. Und zwar nach der Devise: eine halbe Dosis wirkt noch besser als die ganze Dosis.“

(Peter Liese)

Wenn ein Pharmaunternehmen klinische Studien “großzügig” gestaltet und sogar Ergebnisse medikamentös verändert, kann man keinesfalls mehr ein gutes Gefühl haben.

Titelleistenbild: Usman Yousaf auf Pixabay
Montage: IKC

(Das Titelbild zeigt im Hintergrund die chemische Formel von Paracetamol)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

15 − 5 =