Letztes Update: 27. Mai 2021, 08:44

Krude Solidaritätsforderungen

Es ist ein heikles Thema – zumindest für einige Politiker: Die “Zwei-Klassen-Gesellschaft” zwischen Geimpften und Ungeimpften. Kaum kommt das Thema auf den Tisch, wird auch gleich das Thema “Solidarität” mitgereicht – wie das Zitronenwasser zum Fingerfood.

Armin Laschet (60, CDU) scheint ganz offensichtlich ein solcher “Kellner” zu sein. In seiner heutigen Rede im Bundestag sagte Laschet: „Wenn Geimpfte Menschen begegnen, die noch auf die Impfung hoffen, sollten sie ihnen mit einer “Geste des Respekts” begegnen und nicht mit »triumphalistischem Überschwang«, so Laschet in seiner Rede.

Das ist beachtlich! Offenbar geht Armin Laschet davon aus, dass die immunisierten Bürger nach ihrem Vollschutz zu kleinen Giftzwergen gegenüber den Ungeimpften mutieren. Am besten sitzt dann “die elitäre Impfgilde” beim Italiener zusammen und wirft dem “ungeimpften Pöbel” die Reste aus dem Weißbrotkörbchen auf die Straße?

Zugegeben, eine sehr überspitzte und absurde Darstellung, aber die Äußerung des Kanzlerkandidaten treibt einem zwangsläufig eine solche Metapher vor die Augen – zumindest, wenn man Herrn Laschet folgen möchte … machen wir aber nicht!

Mehrheit für “Freiheiten für Geimpfte”

Immerhin zeigt eine aktuelle Umfrage, dass es eindeutige 64 Prozent der Bundesbürger positiv fänden, wenn Gaststätten, Hotels und Kultureinrichtungen wieder für Geimpfte öffnen. Armin Laschet hingegen bekam schon am Donnerstag in der “Schalte der Unions-Ministerpräsidenten” recht harschen Gegenwind, da er sich umfangreich gegen die Freiheiten aussprach! So soll Laschet sogar geäußert haben:

„Ich kann den Satz »Impfen ist der Weg in die Freiheit« nicht unterschreiben!“

, so berichtet die BILD unter Bezugnahme auf ‘Teilnehmer’ der Schalte. Nun muss man sich wirklich fragen, welchen Weg wohl Armin Laschet sieht?

Der Kanzlerkandidat Laschet

Es ist erstaunlich unsensibel, wenn der aktuelle Kanzlerkandidat solch eine (Entschuldigung, aber man kann es nicht anders nennen) Misanthropie offenlegt. Die “Solidarität” zwischen Geimpften und Ungeimpften ist keine Einbahnstraße! Denn auf der anderen Seite wird sich sicherlich auch jeder Mitbürger für den geimpften Nachbarn freuen. Darüber hinaus ist es kein Dauerzustand – immerhin rechnen wir doch nun alle mit einer zügigen Impfquote, die Zahlen bestätigen das zumindest! Aktuell haben 31,5 Prozent der Bundesbürger ihre erste Impfung erhalten. Am gestrigen Donnerstag ließen sich wieder knapp eine Million Bürger impfen – genauer 932.495.

Übrigens: In der aktuellen Zufriedenheitsumfrage zu den Politikern steht Armin Laschet auf Platz 15 … von insgesamt 20! Sollte man nun verwundert sein?

Titelleistenbild: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

(ikc)

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