[Kommentar]

 

Die Palmer-Reaktion

Boris Palmer zog (mal wieder) den Zorn auf sich. Dessen Facebookposting zur Lehmann/Aogo-Affäre zog weitrechende Konsequenzen – das hat zwischenzeitlich wohl jeder mitbekommen.

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (“ALB”) geriet daraufhin in “extreme Rage” und initiierte umgehend ein Parteiausschlussverfahren. Das Problem dabei: Sie war dazu faktisch gezwungen, denn sonst hätte sie bereits auf den ersten Metern eine “Unentschlossenheit der Kanzlerkandidatin” aufgezeigt – gewinnen kann sie trotzdem nichts, ganz im Gegenteil.

Parteiausschlussverfahren nur ‘interne’ Bestätigung

Wenn eine Partei ein Parteiausschlussverfahren angeht, kann das äußerst selten zu einer “Ruhigstellung” des ‘Missetäters’ führen – das klappt nicht. Wenn man sich den Fall “Thilo Sarrazin” der SPD ansieht, dann sollte das auch Annalena Baerbock wissen. Das Einzige, was folgt: Eine “Gratis-Lieferung” an erhöhter Aufmerksamkeit für den Delinquenten. Es ist anzunehmen, dass ein ‘Aufstieg’ Palmers zwar “verhindert” wird, der aber letztendlich verbleibende Schaden klebt an den Hacken der Grünen – und insbesondere an denen von Annalena Baerbock!

Rechts und Links

Es fällt auf, dass die Grünen recht ‘militant’ gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus vorgehen wollen. Sieht man sich das Wahlprogramm der Grünen mal an, stellt man eine “harte Kante” gegen jeglichen Rechtsradikalismus fest. In dem 137-seitigen Wahlprogramm hat man der Bekämpfung des Rechtsradikalismus’ sogar ein eigenes Kapitel spendiert. Was dabei frappierend auffällt: Die Thematik des Linksradikalismus’ wird auf den 137 Seiten kein einziges Mal erwähnt! Dabei gibt es in Deutschland (Stand 2019) 33.500 Linksradikale – im Gegensatz zu “nur” 32.000 Rechtsradikalen!

Die grünen “Panikattacken” zum Thema Rechtsradikalismus gehen sogar soweit, dass man das Wort ‘Deutschland’ aus dem Wahlprogramm streichen möchte – offenbar ist das den Grünen bereits zu ‘nationalistisch’! Annalena Baerbock und Kollegen möchten ein Land regieren, welches man namentlich jedoch nicht nennen möchte. Also soll das Wahlprogramm künftig nicht mehr „Deutschland. Alles ist drin“ heißen, sondern „Grün. Alles ist drin“. Das stimmt allerdings nicht so ganz, denn das Thema “Linksradikalismus” ist eben nichtdrin“!

Sich öffentlichkeitswirksam gegen Rechts aufzustellen ist im Wahlkampfmodus immer ein probates Mittel – man rückt nun scheinbar an die Mitte und versucht so auch gleich in den Lagern der Unions-Wähler zu wildern. Und wenn genau in dem Moment auch noch ein Boris Palmer eine solche ‘Granate’ zündet, ist das natürlich wie ein Geschenk des Himmels, immerhin gehört die Bekämpfung des Rechtsradikalismus’ ja bereits zur Serienausstattung der Grünen. Doch wie schon erwähnt, ist das Thema “Linksradikalismus” eben keines für die Grünen – Die Grünen sind aktuell so weit Links aufgestellt, dass nicht mal Jesse Owens den Sprung an die Mitte’ schaffen würde – geschweige denn Annalena Baerbock – auch nicht mit Anlauf über ein Trampolin …

Ein solches Verfahren kann sich über Jahre hinziehen – Palmer kündigte ja an, dass er das Verfahren “ausdrücklich begrüßt” – und das meint er auch ernst! Im schlimmsten Fall wird der Ausschluss vom Bundesschiedsgericht abgelehnt – dann ‘fangen’ sich Annalena Baerbock und die Grünen eine Beule an der “Parteikarosse” ein, die schwer auszubügeln sein wird. Das zweifelhafte Totschweigen des Linksradikalismus’, eine Neuauflage einer “Sarrazin-Show” mit Boris Palmer in der Hauptrolle ist nicht das beste Drehbuch für eine Erfolgsstory!

Bildungslücken?

Und wenn Baerbock dann auch noch im Bundestag bei der “Rede zum Klimaschutz” die “soziale Marktwirtschaft” der SPD als Urheber zuordnete, statt der CDU – ist Spott und Häme ein sicherer ‘Lohn’ für eine solche Leistung. Denn in Wahrheit schaffte die “soziale Marktwirtschaft” der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU), der dann später als Kanzler fungierte. Erhard war von 1945 – 1946 Wirtschaftsminister in Bayern und im Zeitraum 1949-1963 selbiger auf Bundesebene, bevor er dann 1963 (bis 1966) als zweiter Bundeskanzler gewählt wurde. Die Geschichte des “deutschen Wirtschaftswunders” sollte einer Kanzlerkandidatin schon bekannt sein. Offensichtlich sehen das auch die Parteikollegen der Kanzlerkandidatin so – immerhin sagte eine Parteisprecherin am Samstag auf Anfrage der „Bild“-Zeitung: „Annalena Baerbock ist in der mündlichen Rede im historischen Bezug ein Versehen unterlaufen“.

Alles für die Umwelt

Dass mit den Grünen auch der Neubau von Einfamilienhäusern geprüft werden muss und das Autofahren durch die geforderte CO2-Abgabe erheblich verteuern wird, ist hinlänglich bekannt – das kommt ja auch der Umwelt zugute … Die Grünen fördern eh den Schienenverkehr und wollen die Preise wieder attraktiv gestalten – zumindest günstiger als Fliegen. Der damit erforderliche Streckenausbau und auch die Modernisierung der Bahnstrecken ist allerdings noch kein Thema. Das ist auch ganz gut, denn wenn sich auf geplanten Strecken plötzlich herausstellt, dass an irgendeinem Teich die ‘peruanische Gebirgsmücke” ein Ei gelegt hat, sieht es schlecht aus … also für die Bahngäste, nicht für den Rüsselsauger.

Die Warnungen der Polit-Experten war eindeutig: Hinsichtlich der Wahlen kann Annalena Baerbock nur gewinnen, wenn die Union sich Fehler erlaubt – die Grünen dürfen das keinesfalls! Das ambivalente Verhalten der Grünen ebnet den Weg geradewegs … allerdings für den Wahlgegner.

Titelleistenbild: RepentAndBelieveTheGospel / Pixabay

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