Angela Merkel: „Die Pandemie ist nahezu außer Kontrolle“

Das Ende der Strategie?

Die Medien überschlagen sich zur Zeit. Angela Merkel hat in der internen Videokonferenz mit Fraktionschefs der Union aus Bund und Ländern das faktische Scheitern der bisherigen Maßnahmen geäußert:

„Uns ist das Ding entglitten.“

Ja, da ist viel Wahres dran! Der zweite Teil des Satzes ist aber viel interessanter:

„Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren”

‘Noch strenger’?
Das bedeutet, dass für eine absehbare Zeit Deutschland konsequent runtergefahren werde müsste. Und ‘konsequent’ bedeutet: Komplette Ausgangsbeschränkung, Ladenschließungen wirklich aller Läden ( bis auf Supermarkt) – Radikal-Lockdown. Diese Maßnahme ist sicherlich effektiv und würde für deutliche Reduzierung der Fallzahlen sorgen. Das Problem ist aber, das kann man nicht nach einem bereits extrem belastenden Lockdown “On Top” geben – so eine Maßnahme hätte zu Beginn kommen müssen.

Würde die Regierung und Angela Merkel jetzt die Maßnahmen bis an die Grenze des Machbaren verschärfen, würden die deutschen Bürger mit großer Wahrscheinlichkeit dem Geschehen in den Niederlanden ‘verstärkte Beachtung’ schenken …– das ist leider nicht mehr unwahrscheinlich.

Von daher bleibt nur noch die Möglichkeit der überlegten und sinnvollen Maßnahmen – denn diese sind ja bislang (bis auf wenige Ausnahmen) ausgeblieben.

Die einzig sinnvolle Strategie aktuell heißt Impfen! Bund und Länder  sind nun dringend aufgerufen, hier endlich effektiv zu handeln.

Lerneffekt gleich Null

Bei allem Verständnis für eine schwierige Situation, aber Angela Merkel und ihr Kabinett sind nun seit einem Jahr mit der Pandemie konfrontiert. Diese Zeit wurden gespickt mit etlichen Versäumnissen, Fehleinschätzungen und kopflosen „Breitbandmaßnahmen“. Sicherlich – bei jedem großen Ereignis tauchen immer haufenweise “Experten” auf, das kennt ja bei EM und auch WM. Plötzlich sind die Kneipen voll mit potenziellen Bundestrainern! Aber in diesem Fall ist es leider so, dass viele Experten mit den Prognosen, Hinweisen und auch Warnungen oftmals Recht behielten. Und das sind die Experten, die dringend ‘an Bord’ geholt werden sollten.

Wo ist der Teamgeist?

Stellt endlich ein Team zusammen, welches sich von objektiven Realisten bis hin zu den Verfechtern von extremen Maßnahmen zusammensetzt. So kann man recht deutlich die Pro und Kontras ausloten. Ja, es wird immer einen geben der Einwände hat – und einen anderen, der das dann für nicht finanzierbar hält. Aber man wird von vornherein die Bedenken kennen und kann sich damit auseinandersetzen. Aktuell werden Maßnahmen ohne umfassenden fundierten Hintergrund beschlossen, damit kurze Zeit später klar wird, was daran nicht funktionieren kann – und darüber hinaus viel “Geld verbrennt”.
Eines ist klar: So wie es bisher läuft, kann das nicht weitergehen. Im Moment zahlt die Angela Merkel den höchsten Preis, der möglich ist: Unnötige Todesfälle!

Impfminister installieren

Helge Braun

Was ist mit dem Vorschlag von FDP-Fraktionsvize Michael Theurer? Theurer schlägt die Installation eines ‘Impfministers’ vor. In diesem Fall wäre das dann der Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun (auch „Bundesminister für besondere Aufgaben“). Auch die CDU befürwortet diese Maßnahme.

Der Generalsekretär Sven Schulze (41) (Sachsen-Anhalt):

„Wir brauchen zur strafferen Organisation des deutschen Impfwesens einen anerkannten, parteipolitisch unabhängigen Koordinator mit Sitz im Bundeskabinett, der die Federführung für die Beschaffung und Abgabe der Impfdosen wahrnimmt.“

Jetzt ist die Zeit zu handeln – geredet wurde viel – aber erreicht?

Titelleistenbild: Screenshot Youtube

Bild (Helge Braun) im Fließtext: ©: DBT / Achim Melde

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